Entmutterung statt Bemutterung

Erfahrung und Statistik lehren: Wer in seiner Kindheit – aus welchen Gründen auch immer – zu wenig bemuttert wurde sucht ein Leben lang nach der Mutter, wird sich ein Leben lang als zu kurz gekommenes Kind fühlen. Als Erwachsener wird dieser Mensch an seinen Partner / seine Partnerin den Anspruch stellen, von ihm / ihr endlich umsorgt, verwöhnt und bemuttert zu werden. Der Partner / die Partnerin wird daher nicht um seiner / ihrer selbst willen geliebt, sondern in die Rolle der ersehnten Mutter gedrängt und ist damit restlos überfordert. Niemals können oder sollen Partner eine Mutter ersetzen. Ganz katastrophal wird es, wenn beide Partner bemuttert werden wollen. Dem Paar erwachsen daraus enorme Schwierigkeiten, die häufig einer Therapie bedürfen, um nicht in Trennung und Scheidung zu enden. Nicht selten trifft es wiederum die Kinder, die die Leidtragenden einer gescheiterten Ehe sind. Auch sie tragen später diese Last tragischerweise wieder in ihre eigenen Beziehungen.

Was kann also vonseiten der Gesellschaft getan werden, um Trennungselend von vornherein zu verringern oder zu vermeiden? Die Antwort ist einfach: Lasst den Kindern ihre Mütter! Gebt den Müttern genug Zeit für ihre Kinder, gebt ihnen Gelegenheit zu Nähe, Zärtlichkeit, Zuwendung und Begleitung! Mütter sollen ohne Angst um ihre eigene Zukunft ihre Kinder satt „abfüllen“ können mit zuverlässiger Präsenz und hautnaher Liebe. Bemutterung ist also nicht nur die notwendige Voraussetzung dafür, dass „Hänschen klein“ nach und nach lustvoll und mutig selber die Welt erkunden kann, sondern sie ist auch der beste Schutz vor Mangelerscheinungen im Erwachsenenalter. Eine gelungene Bemutterung ihrer Kinder muss also das Hauptanliegen der Gesellschaft sein. Nichts anderes sieht Artikel 6 unseres Grundgesetzes vor, wenn es Ehe und Familie unter seinen besonderen Schutz stellt.

Was aber tut unsere Politik heute? Sie agiert genau kontraproduktiv! Sie trennt Mütter wenige Monate nach der Geburt von ihren Kindern und will sie möglichst in Vollzeit im Erwerb sehen. Sie entfernt Kinder von ihren Müttern und schafft dazu, mit Steuergeldern, massenhaft Krippenplätze. Sie mutet Kindern eine 1: 8-Betreuung durch Fremdpersonal zu, das niemals Mama oder Papa ersetzen kann. Sie mutet Kleinkindern stundenlange Abwesenheit von den geliebten Eltern zu, was im Herzen des Kindes häufig als Ablehnung verbucht wird. Entmutterung!

Und wozu das alles? Um den Mangel an Arbeitskräften zu beheben, um unsere Wirtschaft brummen zu lassen, um Gewinne zu maximieren, die allerdings überall, nur nicht bei den Familien selbst ankommen.

So sägen nun Wirtschaft und Politik, vereint in blinder Gier, munter den Ast ab, auf dem ihre Zukunft sitzt. Blind und taub sind sie gegenüber allen Mahnungen und Warnungen seitens der Familienverbände, der Ärzte und Psychotherapeuten, Hirn- und Bindungsforscher, der Sozialexperten und Elterninitiativen. Die Rechnung werden wir in wenigen Jahren präsentiert bekommen!

Bärbel Fischer

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