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Ich füge die überraschend schnelle Antwort der ARD an. Begriffen haben die Verantwortlichen nichts. Es ging mir nicht darum, gegen Homosexualität zu wettern, sondern es ging mir um Gehirnwäsche, Propaganda, subkutane Manipulation. Diesen Vorwurf konnte Frau Putz nicht entkräften. Wenn die ARD wenigstens begreift, dass die Zuschauer nicht alles fressen, was man ihnen vorsetzt, dann hat sich mein Schreiben schon gelohnt, hoffe ich…..
Sehr geehrte Frau Fischer,
vielen Dank für Ihre e-mail und Ihr Interesse am Ersten Deutschen Fernsehen.
Wir bedauern es, dass Sie den Eindruck haben, Das Erste bevorzuge gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften.
Homosexuelle Paare sind in Deutschland in breitem Maß gesellschaftlich akzeptiert: Sie können ihre Beziehungen über eingetragene Partnerschaften rechtlich absichern und sind heterosexuellen Paaren in vieler Hinsicht gleichgestellt.
In Filmen und Serien des Ersten wird Homosexualität gelegentlich thematisiert. Auch in Unterhaltungsshows treten homosexuelle Kandidaten auf. Protagonistinnen und Protagonisten des Ersten steht es darüber hinaus frei, sich zu ihrer geschlechtlichen Neigung zu bekennen. Kein Mitarbeiter der ARD muss befürchten, wegen seiner Homosexualität diskriminiert zu werden.
Es kann jedoch keine Rede davon sein, dass im Ersten Deutschen Fernsehen überwiegend homosexuelle Beziehungen gezeigt werden. Die Programmverantwortlichen haben nicht die Absicht, das Publikum in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen. Wir gehen davon aus, dass unsere mündigen Zuschauer Fiktion und Wirklichkeit gut unterscheiden können und Spielhandlungen in Filmen nicht als Vorbild für die Realität ansehen.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Putz
Erstes Deutsches Fernsehen
Programmdirektion
Zuschauerredaktion Das Erste
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80006 München
Tel +49 89 5900 23344
Fax +49 89 5900 24070
E-Mail: Info@DasErste.de
http://www.DasErste.de
Ihre Philippika zu lesen macht Freude, weil Sie wieder einmal an der richtigen Stelle in Zorn geraten und diesem seinen Lauf lassen, ohne jedoch im geringsten die Anstandsregeln zu verletzen.
Ein paar Worte zur Sache. Schon seit Jahrzehnten wird dem Fernsehzuschauer bei Unterhaltungssendungen unmerklich, man kann sagen subkutan, eine ideologische Predigt verabreicht. Die Schurken sind immer die Bürgerlichen, beispielsweise pensionierte Lehrer, Unternehmer, Richter, Pfarrer. Die Guten, vorab die Kommissare, leben in Scheidung, früher hatten sie wechselnde Freundinnen, neuerdings leben sie in homosexuellen Verhältnissen. Der Gute nährt sich an Rostwurstbuden, der Schurke speist im Salon oder läuft auf feinen Parties herum. Es gibt auch den Edelschurken, beispielsweise den edlen Flüchtlingshelfer, früher allgemein den edlen Sozialabeiter, der aus Verzweiflung an der Welt den Michael Kohlhaas spielt und zur Waffe greift.
Ganz ähnlich verlief die Entwicklung in der Presse. Es ist über zwei Jahrzehnte her, dass mir eine sehr talentierte freie Mitarbeiterin der hiesigen Lokalzeitung von folgendem Erlebnis erzählte. Sie hatte wieder einmal einen ihrer erstklassigen Artikel in der Redaktion vorbeigebracht, als ihr ein Schnösel von Redakteur klar zu machen versuchte, dass ihre Artikel doch viel zu anspruchsvoll seien. Die Oma aus dem saarländischen Dorf XY, so das Schnöselchen, wäre doch von solchem Zeugs heillos überfordert und würde einfachen, für sie fasslichen Lesestoff bevorzugen. Heutzutage allerdings will Schnöselchen nicht nur unterhalten, er indoktriniert auch gerne. Freilich soll Oma aus XY es nicht merken, also versucht er unmerkliche Formen der Verabreichung.
Wie man heute weiß, ging der Schuss nach hinten los, und genau das prophezeien Sie, liebe Frau Fischer, der Fernsehredaktion. Der Leser will eben nicht von Schnöselchen stiekum indoktriniert werden, er merkt die Absicht, und er ist verstimmt.
Dieser Tage las ich wieder einmal eine Schweizer Lokalzeitung. Gleich auf der dritten Seite war ein langer Artikel über die Philosophie des Leibniz zu lesen; einige Seiten weiter präsentierte ein freier Mitarbeiter ein mathematisches Rätsel. Einige Tage zuvor fand sich ein Artikel eines Pfarrers, der über die Wortprägungen Martin Luthers berichtete. Ein Redakteur, der in dem Blatt seine eigene Meinung kundtun wollte, brachte diese unumwunden vor, führte Argumente für seine Meinung und auch solche auf, die dagegen standen. Mir scheint, dass unser deutscher Redakteur Schnöselchen sich gewaltig irrt. Der Leser fühlt sich nicht düpiert, sondern geehrt, wenn man ihm etwas zutraut. Die Kunst des Zeitungsschreibers besteht darin, die Grenze zu finden zwischen dem, was man einem Leser zutrauen kann und dem, was eine Zumutung wäre. Und man kann ihm viel zutrauen. Viel mehr vielleicht, als Schnöselchen sich selbst zutraut.
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