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Vielfach Danke weiterhin, liebe Frau Fischer! Und weiter so mit Gottes Segen!
Nun darf also kaum verblümt gesagt werden, dass Eltern mit geringem Einkommen und bescheidenen Schulabschlüssen unfähig seien, ihre Kinder zu erziehen. Es geht hierbei nicht um die Frage, ob es sinnvoll sei, den Einschulungstermin, der heute im sechsten Lebensjahr liegt, vorzuverlegen, also die Schulpflicht ein, zwei Jahre früher beginnen zu lassen. Wir reden von Säuglingen und von Kindern unter drei Jahren. Und da glaubt so eine Journalistendame, der Staat müsse die Erziehung aller Kinder in die Hand nehmen, um die Nachteile, die Kinder aus sog. prekären Verhältnissen hätten, von vornherein zu vermeiden.
Dieser Unsinn mag sich auf die Meinung stützen, dass Kinder aus „prekären“ oder „bildungsfernen“ Verhältnissen weniger häufig zu höheren Schulabschlüssen kämen als Kinder anderer Eltern. Sehen wir einmal davon ab, dass bei Veröffentlichung der Ergebnisse dieser Untersuchungen im letzten Sommer einige überaus blamable handwerkliche Fehler und abenteuerliche Interpretationen sichtbar geworden waren – die auch auf dieser Seite aufgegriffen worden waren. Angenommen, Kinder armer Eltern oder auch solcher mit bescheidenen oder gar keinen Schulabschlüssen würden im Mittel tatsächlich seltener zu sog. höheren Schulabschlüssen kommen. Das soll ein Grund sein, alle Säuglinge dieses Landes in Krippen abzugeben? Bevor man so abenteuerliche Schlüsse zieht, sollte man sich z.B. einmal die Eltern, von denen die Rede ist, genauer ansehen.
Mir sind in meiner langen Dienstzeit als Schulleiter eines naturwissenschaftlichen Gymnasiums viele Kinder aus schwierigen Verhältnissen begegnet – auch prozentual stark in den Klassen vertreten – die nach anfänglichen Schwierigkeiten exzellente Fortschritte gemacht haben. Vor allem die Kinder ostasiatischer Herkunft ( darunter solche, die grauenhafte Erlebnisse als „boat people“ hinter sich hatten) oder die Kinder aus bettelarmen und total „bildungsfernen“ Elternhäusern, die mit ihren Eltern als sog. „Kontingentjuden“ aus der zusammengebrochenen Sowjetunion hier angekommen waren und in deren Familien kein Wort deutsch gesprochen wurde, erwiesen sich als ein verlässlicher Posten guter Schüler.
Da genügten ein paar von Serviceclubs finanzierten Deutsch- und Englischkurse, um diese Kinder rasch an das Niveau unserer Schule heranzuführen.
Und in den zwanzig Jahren, in denen ich für die Studienstiftung des Deutschen Volkes im Auswahlausschuss tätig war, ist mir nicht nur ein Fall begegnet, dass der Kandidat Eltern hatte, die Analphabeten waren und die kaum ein deutsches Wort kannten.
Hat man die Motive der Leute genauer untersucht? Könnte es nicht sein, dass arme Leute ängstlicher sind, dass sie befürchten, ihr Kind könne zu dem heute schon guten Drittel – bald vielleicht der Hälfte – der Studenten gehören, die überhaupt keinen Abschluss schaffen? Wer traut sich denn schon zu, sein Kind bis weit ins Erwachsenenalter hinein rundum zu versorgen?
Nein, die Probleme, die Kinder aus solchen Verhältnissen haben mögen, sind kein Grund, sie und mit ihnen alle anderen in Krippen hinein zu zwingen. Viel wirksamer sind flexible Hilfen während der Schulzeit, ist die Durchlässigkeit des Schulsystems, sind Angebote der Weiterbildung wie etwa die bestens bewährten Abendrealschulen und Abendgymnasien. Und nicht zuletzt: Ist eine anständige Ausbildung im Handwerk nicht tausendmal besser als etwa ein Studium der „Geschwätzwissenschaften“? Ein weites Feld…. Dank an jeden Leser, der bis hierher durchgehalten hat!
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