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Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Landesnachrichten!
Sie haben sich mit Kritik an unserer Berichterstattung zu den
Demonstrationen
Pro und Contra Bildungsplan am vergangenen Samstag in Stuttgart gemeldet.
Der SWR ist nicht nur staatsvertraglich dazu verpflichtet, unabhängig,
neutral und ausgewogen zu berichten, sondern wir empfinden dies auch als Teil unserer Berufsethik als öffentlich-rechtliche Journalisten. Dazu zählt aber auch die kritische Einordnung von Ereignissen oder Positionen.
Nach unseren Recherchen haben auch Gruppierungen mit
christlich-fundamentalistischen sowie solche mit rechtsextremen Tendenzen zu besagter Demonstration aufgerufen. Wir verfolgen diese Recherchen weiter, haben das Thema auch bereits in unserer Berichterstattung am vergangenen Dienstag noch einmal vertieft und werden dies selbstverständlich weiterhin tun.
Wir haben aber keineswegs behauptet und auch keineswegs ausdrücken wollen,
dass alle Demonstranten, die am 5. April dabei waren, als rechtsextrem oder
christlich-fundamentalistisch einzuordnen seien – und so haben wir es bewusst auch nicht formuliert. Wir können darüber hinaus nicht in jeder einzelnen, nachrichtlichen Ereignisberichterstattung ein inhaltlich komplexes Thema wie den geplanten Bildungsplan mit all seinen Facetten und allen unterschiedlichen Ansichten dazu dezidiert beleuchten. Dazu nutzen wir verschiedenste Programmangebote und etwa auch unser Internetangebot, in dem viele
weiterführende Informationen und unterschiedlichste Positionen nachzulesen sind. Unser Ziel ist dabei, den Bürgerinnen und Bürgern in Baden-Württemberg auf möglichst breiter Basis einen demokratischen Meinungsbildungsprozess zu ermöglichen. Dies ist uns, nach unserer Einschätzung, bislang beim Thema Bildungsplan durchaus gelungen.
Wir hoffen, dass Sie sich bei Landesschau aktuell BW weiter gut informiert
fühlen.
Mit freundlichen Grüßen
Kristina Böker
Landesschau aktuell BW
Teamleitung
SWR
Südwestrundfunk
Neckarstrasse 230
70190 Stuttgart
Landesschau aktuell Baden-Württemberg
täglich um 18 Uhr, 19.45 Uhr und 21.45 Uhr
Mo-Fr auch um 16 und 17 Uhr
http://www.swr.de/landesschau-aktuell-bw
……………………………………………………………………………………………
Sehr geehrte Frau Böker,
zunächst danke ich für Ihre Antwort auf meine Kritik an der Berichterstattung des SWR über die Stuttgarter Demo : Elternrecht wahren! Im einzelnen werde ich zu Ihren Ausführungen Stellung nehmen, denn der SWR macht sich die Sache nach meiner Einschätzung ziemlich leicht.
Herr Pfalzgraf hat eben n i c h t unabhängig und ausgewogen, sondern tendenziös und parteiisch berichtet. Eine „kritische Einordnung von Positionen“ kann nur gelingen, wenn der Zuschauer diese Positionen kennt. Bevor Herr Pfalzgraf dumpf „kritisch einordnet“, hätte er vorab die Position der Demonstranten zumindest deutlich machen müssen, nämlich
– die Verletzung des Elternrechts
– das Versäumnis der Lehrplankommission, z u e r s t Familie und Elternhaus als wichtigste und staatstragende Institution und als Basis unserer Gesellschaft im Lehrplan vorzusehen
– den absurden Genderwahn, der die Natur vergewaltigt
– die Weigerung von KM Stoch, Elternverbände oder Lehrerverbände anzuhören, sondern sich lediglich mit Lesben-und Schwulenverbänden verständigt
– die völlige Missachtung aller Warnungen von Erziehungswissenschaftlern, Kinderärzten, Psychologen.
Alle diese Einsprüche fasst Ihr Mitarbeiter manipulativ als „homophobe Slogans“ zusammen. Eine neutrale Berichterstattung sieht anders aus:
http://www.youtube.com/watch?v=TVKJ6c35Svs&feature=share&list=UUfOvEE9fRqGo-nlxFtfT1pA
Ihre Recherchen ergaben, dass rechtsextreme Gruppierungen zur Demonstration aufgerufen hatten. Daher bitte ich Sie darum, mir jede einzelne dieser rechtsextremen Gruppierungen zu nennen.
Was die christlich-fundamentalistischen, Sie meinen offenbar pietistische oder evangelikale Gruppierungen angeht, so ist mir nicht bekannt, dass diese als Staatsfeinde schon jemals in Erscheinung getreten wären. Solange solche Gruppierungen sich im Rahmen des Rechtsstaates bewegen, können sie demonstrieren wofür immer sie wollen. Genauso wenig, wie der Staat gegen Bürger alternativer sexueller Orientierung vorgeht, geht er gegen Bürger vor, die ihren Glauben ernster nehmen als andere. Außerdem wissen Sie genau, dass sich Staatskritiker welcher Couleur auch immer gerne Demonstrationen anschließen, um ihren Frust deutlich zu machen, ohne dass die Initiatoren dies verhindern könnten.
*) Di 8. 4. SWR Landesschau: “Wissen Hauk und Rülke denn, in welcher G e s e l l s c h a f t sie sich befinden?“ (gemeint waren Rechtsextreme und Erzkonservative) – Ja, sie wissen offenbar noch, dass diese G e s e l l s c h a f t aus Familien besteht und dass ohne Familien kein Staat zu machen ist.
Vor lauter Unterstellungen „vergaß“ Herr Pfalzgraf zu erwähnen, dass es mehr als 2000 Eltern waren, die aus Sorge um ihre Kinder auf die Straße gingen. Kein Vater, keine Mutter geht ohne Not demonstrieren. Die Zeit dazu müssen sie sich stehlen.
Es ist mir neu, dass sich der SWR darauf beschränkt, seine Zuschauer nur plakativ zu informieren mit der Zumutung, die Leute könnten sich ja im Internet entsprechende Informationen abrufen. Noch immer zahlt der Bürger seine Gebühren dafür, sachlich und vollständig informiert zu werden.
Dass eine wenige Minuten dauernde Reportage nicht alle Details unterbringt, ist auch mir klar. Daher bitte ich Sie, mir Ihr Angebot an umfassender Information über die Gründe der Demonstration zu nennen.
Dass dem SWR ein demokratischer Meinungsbildungsprozess der Bürger beim Thema Bildungsplan gelungen ist, daran zweifle ich seit dem 5.und dem 8. April ganz erheblich.
Mit freundlichem Gruß und der Bitte, mir die rechtsextremen Initiatoren zu nennen.
Bärbel Fischer
Ihren Ausführungen, Herr Dr. Brosowski, stimme ich voll zu. Wie Sie aber selbst bemerken, fehlt der letzte Schritt der Erkenntnis darüber, welche – m. E. übernationale – Machtgruppe letztendlich Politik und Medien bestimmt, um auf scheindemokratischem Weg ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Dass äußerlich alles nach Recht und Ordnung abläuft, scheint wichtig zu sein.
Ein wenig lässt das Gender-Mainstreaming mit seinen rasant zunehmenden Lehrstühlen und seinem wachsenden Einfluss auf die Bildungspläne der Schulen ahnen, wohin die Reise geht. Aber eben nur ahnen und nicht wissen.
Ein „so genannter SWR-Reporter“ bezeichnete die Demonstranten als „so genannte Familienschützer“. Während die Familienschützer taten, was ihre demokratische Pflicht ist, nämlich ihr grundgesetzliches Elternrecht verteidigen, tat Ihr Berichterstatter n i c h t , was seine Pflicht gewesen wäre. Er hätte nämlich sachlich, ehrlich und vollständig informieren müssen. Statt dessen kam eine Reportage auf den Bildschirm, die äußerst lückenhaft, tendenziös, verzerrend und unsachlich war.
Es fällt mir schwer zu glauben, dass solche Entgleisungen im Sinne des SWR sind. Wäre es so, dann müsste man inzwischen von einer Gleichschaltung der Medien mit der Regierung sprechen. Zum Glück haben andere TV-und Printmedien ausgewogen berichtet, so dass sich speziell der SWR blamiert hat.
Meine Bitte an den Rundfunkrat wäre, künftig nur noch fähige Leute, die ihren Job beherrschen, auf die Straße zu schicken, und die Reportagen auf Sachlichkeit zu prüfen, b e v o r sie gesendet werden.
MfG
]]>In seinem Blog- Tagebuch („acta diurna“) geht Michael Klonovsky am 30. März genau dieser Frage nach. Er erinnert an die Meinungsmache in der DDR, wo es eine klare Befehlsstruktur gab, wo das, was öffentlich zu verkünden und zu meinen war, von einem zentralen Büro aus täglich an die Redaktionen durchgestellt wurde. Aber wer gibt bei uns den Ton an? Das weiß auch Michael Klonovsky nicht. Er vermutet, dass es eine Handvoll Journalisten, Verbandsfunktionäre und ähnlicher Gesellen ist, die zunächst die Melodie vorgibt, dem sich dann die große Schar der Abhängigen in den Redaktionsstuben anschließt. Wie in einem großen Schwarm von Fischen scheinbar aus dem Nichts der Richtungswechsel zustande kommt. Aber vorerst bleibt es ein Rätsel.
Man kommt der Sache vielleicht näher, wenn man sich das Personal in den Redaktionen, den Führungen der Parteien und Verbände ansieht. Da dürfte der Typ des grün angehauchten Junggesellen oder wenigstens Geschiedenen vorherrschend sein. Zumal nur dieser Typ sich auf die höchst prekäre, riskante „Karriere“ in dieser Art von Arbeit einlässt. Wer an eine Familiengründung denkt und einen einigermaßen sicheren Arbeitsplatz sucht, wird heute nicht mehr bei den Medien landen.
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