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Lieber Herr Bloch,
bitte wende Sie sich doch mit eben diesen klaren Worten an Herrn Steinbrecher. Die Moderatoren sollen sich nicht so einfach vor der Wahrheit drücken dürfen:
Herzlich Ihre
Bärbel Fischer
ich möchte Ihnen wieder einmal voll und ganz zustimmen. Auch mich ärgert es masslos, dass bei keiner, wirklich gar keiner Debatte um das Thema Rente das Thema Kinder zur Sprache kommt. Selbst bei sogenannten „Experten“ mit Doktor-Titel geht es immer nur um Beitragszahlungen und wie man diese erhöhen kann, z. B. durch zusätzliche Einzahlungen von Beamten oder Selbständigen. Woher diese Einnahmen aber kommen sollen, wenn junge Beamte oder Selbständige zur Versorgung der Alten fehlen, sagt keiner.
Allein von daher sind all diese Debatten lächerlich bis peinlich. Jedes Kind weiß, dass die Alten nur von Jungen versorgt werden können, und dass es dafür erst einmal Junge geben muss. Nur unsere Politiker, Journalisten und Experten blenden diese einfache Wahrheit so penetrant aus, dass es kein Fehler mehr sein kann, sondern gezielte Absicht.
Keiner traut sich, dem Wahlvolk ins Gesicht zu sagen, dass es ohne ausreichend Nachwuchs kein Auskommen im Alter geben kann.
Als 1957 das heutige Rentensytem entwickelt wurde, wurde es auch aus dem Grund so gestaltet, damit alte Menschen, die wegen des Krieges keine Einzahlungen in Sozialsysteme hatten leisten können, versorgt werden konnten. Über Nacht bekamen Millionen alter Menschen Renten, ohne je einen einzigen Cent in eine Sozialkasse eingezahlt zu haben. Daran sieht man deutlich, dass die Rente nicht „selbst erarbeitet“ ist. Der Schöpfer des Rentensystems, Prof. Schreiber, war ein kluger Mann und sah schon damals voraus, dass es zu „parasitären Zuständen“ (seine Wortwahl) führen werde, wenn man sich im Alter auf die Kinder anderer Leute verlassen könne. Daher schlug er die „Kinderrente“ vor, d. h. auch alle Kinder erhalten Renten, damit die Kosten für ihre Aufzucht von der Allgemeinheit und nicht privat von den Eltern getragen werden. Doch Konrad Adenauer strich genau diese „Kinderrente“ aus dem Entwurf mit seinem berühmten Zitat „Kinder kriegen die Leute immer“.
Heute ist das widerlegt: ein Drittel der jungen Erwachsenen verzichtet bewusst auf Kinder, womit die von Prof. Schreiber vorausgesagten „parasitären Zustände“ eingetreten sind.
Ich frage mich daher, warum alle Politker und Journalisten so vehement an diesem Rentensytem festhalten, von dem von Anfang an feststand, dass es so nicht funktioneren kann. Was spricht gegen eine echte Rentenreform, die die Ausbeutung der Eltern beendet und jedem die Entscheidung freistellt, ob er Kinder will und damit im Alter versorgt ist, oder ob er keine Kinder will und im Alter von selbst Erspartem leben will? Mit den eingesparten Kinderkosten wäre das leicht möglich.
Sie legen wieder einmal richtig und mit der Geduld und dem Können einer gelernten Lehrerin den wichtigsten Sachverhalt dar, der dem Sozialstaat Bundesrepublik zugrunde liegt: Das Rentensystem ist ein Umlageverfahren, es funktioniert nur, wenn jederzeit genügend gut erzogener und gut ausgebildeter Nachwuchs zur Verfügung gestellt wird, was nur Familien leisten können und immer noch leisten. Wenn nun die Kinderlosen zu Gewinnern, die Eltern zu Deppen gemacht werden, sägt die Gesellschaft den Ast ab, auf dem sie sitzt. Jede Talkrunde, die diesen einfachen, von jedem Kind einzusehenden Sachverhalt ignoriert, ist unnütz, ja verlogen.
Der Sozialstaat ist eine sehr junge Einrichtung. Seit Jahren strömen in unser Land Menschen aus Gesellschaften, welche diese Einrichtung nicht kennen, sondern denen noch das uralte Modell vertraut ist, nach dem die eigenen Kinder die eigenen Eltern versorgen und alle anderen auf das Wohlwollen der Versorgten angewiesen sind, sprich: mehr oder weniger Bettler sind. Diesen Menschen wollen wir nun weismachen, dass sie unsere Werte übernehmen sollen. Aber diese Menschen sehen doch, wie unsere Gesellschaft sich zugrunde richtet. Wir bieten das groteske, jämmerliche Bild eines Volkes, das ums Goldene Kalb tanzt und dabei seine Ressourcen zugrunde richtet. Wobei die Tänzer keiner Mahnung, ja keiner Beeinflussung durch die sie umgebende Wirklichkeit mehr zugänglich sind (das heißt im Merkeldeutsch „postfaktische Gesellschaft“). . Kein Wunder, dass eine Parallelgesellschaft entsteht. Denn warum sollen die Zuwanderer einen faulen Apfel annehmen? Sie werden ihn wegwerfen und ihr uraltes Modell weiter pflegen. Mit dem faulen Apfel werden sie auch die vielen guten noch genießbaren, ja einzigartig wertvollen Teile der Frucht wegwerfen; das wird es dann für lange Zeit gewesen sein mit der hochgelobten abendländischen Kultur.