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„Ist es gleich Unsinn, so hat es doch Methode“, oder ähnlich, frei nach Schiller.
Neues Lernkonzept – hier wurde schon abgeschafft!!
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/neues-lernkonzept-den-hausaufgaben-droht-die-abschaffung-12695573.html
Und im Wahlkampf 2013 hat sich Sigmar Gabriel für die Abschaffung der Hausaufgaben zur Herstellung von Gerechtigkeit starkgemacht
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/bildung-im-wahlkampf-sigmar-gabriel-spd-will-hausaufgaben-abschaffen-a-919842.html
Der Artikel nennt eine Reihe wichtiger Gründe; einige übersieht er, und der Kürze wegen will ich mich auf einen der übersehenen Gründe beschränken: Die Leere in den ehemals so starken französischen Familien, bedingt durch die strikt durchgezogene Berufstätigkeit beider Eltern.
Wie hat man uns im Saarland – und wohl nicht nur uns – über die Jahrzehnte hinweg die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ vorgehalten, die in unserem Nachbarland so vorbildlich verwirklicht sei…Nur selten einmal eine ehrliche Schilderung der Hetze, der ständigen Bedrängung durch Dutzende von Terminen, der Zerrissenheit zwischen beruflichen und familiären Anforderungen, unter der insbesondere die Frauen zu leiden hatten – und immer noch zu leiden haben. Wie hat man das Vorschulsystem gerühmt, wie hat man davon geschwärmt, dass es in Frankreich keinen „Kindergarten“, sondern eine „école maternelle“ gäbe, praktisch eine aufs Dreijahresalter heruntergezogene Grundschule – wer denkt da nicht an die hiesige Kita-Schwärmerei und an die so hochgepriesene Ganztagsbetreuung, die man uns aufdrängen will. Wie hat man die hohe französische Abiturientenquote gelobt und uns zur Nachahmung empfohlen, dabei geflissentlich – oder willentlich – übersehen, dass Frankreich das duale Berufsbildungssystem nicht kennt, das wir – noch – beibehalten und noch nicht ruiniert haben. Und erst langsam, dann wie ein Flächenbrand hat sich das Privatschulsystem in Frankreich ausgebreitet – und das im Land, das die „égalité“ zu vergöttern vorgibt. Ich glaube nicht, dass dies der Ausgang aus der Misere sein wird; es ist eine Flucht vor dem Problem, keine Lösung des Problems.
Wer die traurige Wahrheit sehen wollte, musste nur den eigenen Augen trauen und mit befreundeten französischen Kollegen sprechen. Waren in den siebziger Jahren die französischen Austauschschüler aus öffentlichen Schulen noch umgängliche, aufmerksame, an allem interessierte Buben und Mädchen, wandelte sich das Bild zur Jahrtausendwende hin in schlimmer Weise: Immer mehr desorientierte, durch nichts zu bewegende oder gar zu begeisternde, oft genug todtraurige Jugendliche. Denen der Besuch im Nachbarland halt vorgeschrieben war, eine lästige Pflicht unter unendlich vielen anderen, die ihnen aufgehalst worden waren.
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