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Sie meinen: „Ich gehe jedoch nicht von einer Art ‘Hirnwäsche’ aus, denen Eltern erlegen sind, sondern sich eher Ängsten und Unsicherheiten ausgesetzt erleben.“
Einverstanden. Alles zusammen ergibt die missliche Lage der Eltern und Familien – auch die permanente Fütterung mit Unwahrheiten, die ich in ihrer Intensität nur als „Gehirnwäsche“ bezeichnen kann.
„Ich vertraue in Erziehungsfragen auf jeden Fall mehr der Kompetenz von Leuten, die selbst Eltern sind und wissen, wovon sie reden. Das wissen kinderlose Erwachsene eben nicht oder nur begrenzt.“
Hm – Eltern sind doch nicht automatisch, weil sie
biologisch Eltern geworden sind kompetent, sondern wachsen in ihre Aufgaben aufgrund von Erfahrung. Nicht der Bio-Status macht Mütter und Väter kompetent, sondern die konkreten Erfahrungen im Umgang mit Kindern.
Nicht wenige Menschen, die z.B. in verschiedenen Sozialberufen tätig sind, sind auch kompetente Ansprechpartner/innen für Eltern.
Vielleicht reden wir auch aneinander vorbei und Sie meinen vielleicht das Beziehungsverhältnis von Kindern zu Eltern, welches sich von anderen Beziehungsverhältnissen unterscheidet?
]]>Meiner Meinung nach hat Herr Dr. Brosowski absolut Recht, wenn er mit „kinderlos“ andeutet, dass Erwachsenen ohne eigene Erfahrung als Eltern ein erheblicher Teil an (praktischer) Kompetenz in Erziehungsfragen fehlt.
Sie sagen: „Ich kenne genügend ledige und kinderlose Männer und Frauen, die wunderbar mit Kindern umzugehen wissen und von befreundeten Familien gern und oft für die Betreuung ihrer Kinder in Anspruch genommen werden.“
Die kennt wohl jeder, aber das Elternsein unterscheidet sich gewaltig vom (Wahl)Tanten oder Onkelsein für schöne Stunden.
Ich vertraue in Erziehungsfragen auf jeden Fall mehr der Kompetenz von Leuten, die selbst Eltern sind und wissen, wovon sie reden. Das wissen kinderlose Erwachsene eben nicht oder nur begrenzt.
Ich plädiere daher auch für eine repressionsfreie Grundsicherung, ähnlich dem von Ihnen geforderten Existenzminimum für Kinder, denke aber auch, dass ein garantiertes Grundeinkommen ‚allen Menschen‘ zusteht.
Dass die ersten Schritte in diese Richtung mit einem Kinder-Grundeinkommen beginnen sollten, finde ich wichtig, da notwendig.
Übrigens ist das auch eine Forderung von Götz Werner, Gründer der DM-Drogeriekette: https://www.grundeinkommen.de/29/10/2013/goetz-werner-fuer-mindestlohn-und-grundeinkommen.html
In diesem Sinne, solidarische Grüße 🙂
]]>Wenngleich ich Ihnen weitgehend zustimme, Frau Plass, möchte ich doch fragen, ob das Kind beim „Auswählen der Lebensform“ nicht auch eine Rolle spielen sollte – vielleicht sogar die entscheidende.
Da es in den wichtigen ersten Lebensjahren dazu noch nicht in der Lage ist, bleiben seine Wünsche oftmals unberücksichtigt oder unterprivilegiert.
Da kommt es auf die Eltern an, ob ihnen klar ist, was das schwächste Glied der Familie zum Wohlfühlen und gesunden Aufwachsen braucht. Und hier hapert es gewaltig durch die alles übertönende Werbung für eine möglichst ganztägige institutionelle Erziehung unter staatlichen Direktiven. Wie Sie wissen, geht diese sogar so weit, dass der Öffentlichkeit eingeredet wird, Eltern hielten in den eigenen vier Wänden die Kinder von Bildung fern.
Ist eine Wahl der Lebensform wirklich frei, wenn die Entscheidungskriterien der Eltern durch einseitige Propaganda massiv beeinträchtigt werden? Der Vorschlag eines Elternführerscheins zeigt doch, wie verbreitet inzwischen der Glaube ist, dass Eltern eine Gefahr für die Kinder darstellen – und zwar nicht nur in seltenen Ausnahmefällen, sondern allgemein.
Ohne Vertrauen in diesen Glauben hätte Frau Schwarzer nie gewagt, ihren Vorschlag zu unterbreiten. Sie hätte gewusst, dass ein Sturm des Protests durchs Land fegen würde. So aber – nach jahrelanger„Hirnwäsche“ – kann sie auf Zustimmung hoffen. Zumindest kann sie damit rechnen, dass Widerspruch in Grenzen bleibt.
Auch ich bin strikt für eine freie Wahl der Lebensform, habe aber viel gegen einseitige Meinungsberieselung durch „politisch korrekte“ Medien. Sie macht jede angeblich freie Entscheidung zur Farce und zum Ergebnis von Meinungsdiktatur.
Im Übrigen gilt es zu bedenken, dass wir alle ja nicht im luftleeren Raum
leben und daher einer Vielfalt von Ideen u. Ideologien ausgesetzt sind, die Mütter und Väter, auch ohne Zutun von institutionellen Einrichtungen, an ihre Kinder weitergeben. Auch hierzu ein wichtiger Beitrag von Antje Schrupp: http://antjeschrupp.com/2014/07/26/zwei-gedanken-zur-autoritaren-ns-erziehung/ , in dem sie auch darauf verweist, “…wie fatal es ist, Kindererziehungsmethoden für Privatsache zu halten”.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
Ich meine hier die Beifügung „natürlich“. In keinem anderen Artikel des GG findet sie sich, und man kann annehmen, dass sie hier mit Bedacht gewählt worden ist. In der Tat handelt es ich bei dem erwähnten Recht um eines, das die Natur selbst verliehen hat. In schier unendlich langen Zeiträumen der Evolution wurden die leiblichen Eltern dazu ausgesucht, ihre Kinder zu pflegen und zu erziehen. Und die Natur wird diese in besonderer Weise dazu befähigt haben; andernfalls hätte sich die Auswahl der Eltern als evolutionäre Sackgasse erwiesen und wäre längst gescheitert.
Da erscheint anno domini 2014 eine ledige, kinderlose Dame und will das Geschäft der Natur selbst in die Hand nehmen: Nachhilfeunterricht, Elternführerschein. Welche Anmaßung!
Im zweiten Satz des erwähnten Artikels steht, dass die staatliche Gemeinschaft über die Erfüllung der Erziehungspflicht wacht. Gut, Kultur besteht auch darin, die Natur zu zähmen, wenn sie grausames Scheitern zulässt. Hätte der Staat nicht genug damit zu tun, dieser seiner Aufgabe nachzukommen? Hören wir nicht immer wieder von schrecklicher Verwahrlosung, ja von der Ermordung von Kindern, und davon, dass die Jugendämter in diesen Fällen versagt hätten? Weil diese überlastet oder mit nur unzureichenden Mitteln ausgestattet sind. Das zu ändern wäre eine sinnvolle Aufgabe der Dame Abgeordnete!
]]>Herrlich, diese Anekdote. Ich habe Tränen gelacht.
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