Freiheit von Kindern oder Freiheit mit Kindern?

Hier ein FAZ-Beitrag, der sich kritisch damit auseinandersetzt, ob das Angebot zur Fremdbetreuung ein Mehr oder ein weniger an Freiheit für Eltern erzeugt. Nach der Freiheit für die entsorgten Kinder allerdings wird nicht gefragt.

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/kinderbetreuung-bis-spaetnachts-13250031.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Auch folgender Artikel auf ZEIT-online passt unter obige Überschrift. Sie können kommentieren.

http://www.zeit.de/kultur/2015-09/eltern-glueck-kinder-10nach8

 

Gehetzte Eltern leiden unter Vereinbarkeitslüge

Irgendwann müsse mit der Vereinbarkeitslüge Schluss sein, meint Marc Brost, wirtschaftspolitischer Korrespondent der WELT, im Deutschlandradio Kutur: Arbeitende Eltern seien permanent gehetzt und übermüdet. Nicht nur Karrieristen würden darunter leiden, Job und Familie nicht unter einen Hut zu bekommen. Diese gehetzten Menschen, das sind wir.

Zum Lesen und Hören:

http://www.deutschlandradiokultur.de/familie-und-beruf-gehetzte-eltern-leiden-unter.1005.de.html?dram:article_id=315415

 

Die Verstaatlichung der Kindererziehung untergräbt die freiheitliche Grundordnung

Dr. Johannes Resch, einer der ausgewiesenen Experten bundesdeutscher Familien-und Sozialpolitik, bekommt beim Deutschen Arbeitgeberverband die Möglichkeit, sich zu äußern über unsere verfassungswidrige Gesetzgebung, die Deutschland ganz automatisch um seinen Nachwuchs, und damit folgerichtig um seine wirtschaftliche Prosperität  bringt.

Dieser Beitrag fasst alles zusammen, wovor unsere gegenwärtige Politik die Augen verschließt:

ein Abschnitt:

Die gesetzlich erzwungene Verarmung von Eltern gegenüber vergleichbaren Mitbürgern mit weniger oder keinen Kindern konnte für die Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft nicht folgenlos bleiben. Die wirtschaftliche Diskriminierung der Erziehungsarbeit musste kinderlose Lebenskonzepte immer attraktiver machen. Sicher ist es nicht weit hergeholt, dass auch ein Gutteil des Geburtenrückgangs hier seine Wurzeln hat. Zwar wird immer wieder der Pille die Hauptschuld dafür zugeschoben. Aber die Pille kann nur ungewollte Kinder verhindern. Hingegen zeigen alle Umfragen, dass auch der Kinderwunsch zurückgegangen ist.

http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/2015_03_02_dav_     aktuelles_kindererziehung.html

Die Einwanderung ist eine einzige Flickschusterei

Jasper von Altenbockum fragt in der FAZ nach den Ursachen dafür, dass Deutschlands Wohlstand ohne Masseneinwanderung nicht mehr erwirtschaftet werden kann. Die Ursache ist nicht der Fachkräftemangel, wie immer getan wird. Dieser ist allenfalls ein Symptom. Die Ursache ist die schwache Geburtenrate. Anstatt sich für bessere Bedingungen für die Realisierung einer Familie zu engagieren, setzt unsere Politik auf Zuwanderung.

Zu einem Einwanderungsgesetz wird es so schnell wohl nicht kommen. Der CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der im Januar auf den rot-grünen Zug aufspringen wollte, ist vorerst an der Unionsfraktion im Bundestag gescheitert. Auch aus den Ländern gibt es Widerstand, aus den wenigen, in denen noch Ministerpräsidenten von CDU und CSU regieren. Jeweils ist die Befürchtung groß, dass die Union schon im Bundestag Schwierigkeiten hätte, sich durchzusetzen, und erst recht im Bundesrat überstimmt werden könnte. Dann würde nichts daraus, die unübersichtliche deutsche Gesetzgebung an die strengen Regeln klassischer Einwanderungsländer anzupassen. Vielmehr träfen sich auf kuriose Weise der Glaube deutscher Unternehmer an eine bevölkerungspolitische Planwirtschaft und der romantische Glaube multikultureller Vordenker an die unendliche Belastbarkeit der deutschen Gesellschaft. Das eine firmiert unter dem „Fachkräftemangel“, das andere unter dem „Bleiberecht für alle“. Das wäre allerdings nur die Fortsetzung einer seltsamen Allianz gewesen, die sich zwischen Wirtschaft und Fortschrittsglaube herausgebildet hat. Die deutsche Wirtschaft hat schon seit geraumer Zeit Gefallen gefunden am wichtigsten Pfeiler einer rot-grün inspirierten Gesellschaftspolitik, die mit der Einwanderungspolitik auf den ersten Blick nichts, auf den zweiten Blick aber sehr viel zu tun hat.

Denn was sind eigentlich die Ursachen dafür, dass Deutschlands Wohlstand ohne Masseneinwanderung nicht mehr erwirtschaftet werden kann? Die Ursache ist nicht der Fachkräftemangel, wie immer getan wird. Das ist allenfalls ein Symptom. Die Ursache ist die schwache Geburtenrate. Mindestens so sehr wie über die Einwanderung sollte darüber gestritten werden, worin Politik und Wirtschaft erfolgreicher waren: in der Senkung oder der Steigerung dieser Geburtenrate. Reichte es früher in der Regel, dass nur ein Mitglied des Haushalts zur Arbeit ging, um den Wohlstand zu mehren, müssen es heute schon zwei sein, um das Niveau einer Familie wenigstens zu halten. Das lässt sich als Errungenschaft der Gleichberechtigung feiern, aber auch als Ausbeutung und ökonomischer Zwang bedauern, der die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ voraussetzt. Seit Jahren ist das nicht mehr nur ein zentrales Anliegen der Gesellschaftspolitik, sondern auch der Wirtschaft. So musste das Reallohnniveau nicht steigen, sondern konnte sogar sinken, und frische Fachkräfte bevölkerten den Arbeitsmarkt. Mit Familie und Beruf hat das allerdings nichts zu tun, es geht nur noch um die Vereinbarkeit beider Elternteile mit den Zwängen des außerhäuslichen Erwerbslebens. Die Belastungen, die sich daraus für die „Infrastruktur“ der Familien ergaben, wurden auf den Staatshaushalt abgewälzt – und auf das Nervenkostüm der Familien mit Kindern, soweit es sie überhaupt noch gibt.

Das Ergebnis dieser Politik ist ein einziges Scheitern: Die Zahl der Geburten geht seit Jahrzehnten zurück und stagniert auf niedrigem Niveau, die Zahl der Single-Haushalte ist stark gestiegen, „kinderreiche“ Familien sind so gut wie ausgestorben, und wenn es sie doch noch gibt, dann lebt jede dritte davon unterhalb der Armutsgrenze, bezieht Hartz IV oder Wohngeld. Ironie dieses Scheiterns auf der ganzen Linie ist der demoskopische Lichtblick, dass die intakte Familie nicht mehr als das Korsett und das Gefängnis wahrgenommen wird, als das sie noch vor einem halben Jahrhundert in fortschrittlichen Kreisen gerne verteufelt wurde, sondern als eine Sehnsucht, als Idealvorstellung und als ein Traum, der für viele allerdings unerreichbar bleibt.

Diese Ursachen des Fachkräftemangels, obgleich alles andere als Naturereignisse, kommen in der Debatte über Demographie und Einwanderung schon gar nicht mehr vor. Vielmehr wird die Illusion genährt, Einwanderung fülle die Lücke, welche die demographische Krise hinterlässt – das ist die nächste Utopie nach der Vereinbarkeits-Utopie. Es hat in den vergangenen Jahrzehnten nicht an Vorschlägen, an Forderungen, ja sogar an rechtskräftigen Urteilen – bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht – gefehlt, wie gegen die gewollte Kinderlosigkeit vorzugehen sei. Beispielhaft ist dieWeigerung der Politik, das Rentensystem vom Kopf auf die Füße zu stellen, also bei der Bemessung der Rentezu honorieren, dass sich jemand an den Generationenvertrag gehalten und Kinder in die Welt gesetzt hat. Stattdessen werden Rechnungen präsentiert, die zeigen sollen, mit wie vielen Milliarden Euro Familien mit Kindern jährlich subventioniert werden. Seltsam, aber wahr: Es „lohnt“ sich ganz offensichtlich trotzdem nicht.

Ganz unbemerkt ist den Parteien diese Bruchlandung nicht geblieben. Die CDU will über das „gute Leben“ reden (ohne Kinder?), und die SPD, die allen Grund hätte, die ökonomische Ausschlachtung der Familie anzuprangern, macht sich Sorgen um die Freizeit und den Arbeitsalltag der Dreißig bis Fünfzigjährigen. Neue Arbeitszeitmodelle für Mütter und Väter sind im Gespräch, die eigentlich nichts anderes sind als die notdürftige Reparatur der Beschädigungen, die der Vereinbarkeitswahn hinterlassen hat. Von solchen Reparaturen wird Deutschland in den kommenden Jahren gar nicht genug bekommen: Die Einwanderung ist eine einzige große Reparatur.

29 Minuten Nachhilfe in Sachen Demografie

„Deutschland geht es gut“, so tönt es allenthalben aus Berlin und aus dem Mund der Kanzlerin. Die Bevölkerung jedoch, sofern sie Kinder aufzieht, sieht das ganz anders. Denn mit dem Schwund des Nachwuchses setzt Deutschland seine Zukunft aufs Spiel.

Auch nach zwei Jahren hat die Einschätzung von Kostas Petropulos, Leiter des Heidelberger Familienbüros, an Aktualität nicht eine Silbe eingebüßt. In der Reihe WISSEN des Südwestrundfunks verdeutlicht er, dass die Zukunftsprobleme unserer Gesellschaft nicht mit Pseudolösungen bewältigt werden können, sondern allein mit Erhalt und Pflege unseres Nachwuchses, wahlstrategisch jedoch erfolgreich verhindert durch mehrere Bundesregierungen der Vergangenheit ( u. U. ein Grund einiger Bürger, sich heute Pegida anzuschließen? ). 

Liebe Nutzer, nehmen Sie sich 29 Minuten Zeit, um per AUDIO aktuell auf dem Laufenden zu sein!

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/populaere-irrtuemer-zur-demografie/-/id=660374/sdpgid=847208/did=12156962/nid=660374/16iivjo/index.html

 

Familienbund kritisiert Schwesig

Unter dem Titel „Neuer Bildungskonsens: Frühkindliche Bildung stark machen“ http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=210806.html erklärt Frau Schwesig: „Ich freue mich sehr, dass sich Bund und Länder zum ersten Mal an einen Tisch setzen, um über die Qualität in den Betreuungsangeboten zu reden. Wir haben einen neuen Bildungskonsens erreicht: Bildung beginnt in der Kita und stellt die Weichen für die weitere Entwicklung. Deshalb brauchen wir gute Kinderbetreuung, sie ist eine Investition in die Zukunft für mehr Chancengleichheit von Kindern,“

Dazu äußert sich  der Bayrische Familienbund der Katholiken scharf:

„Bildung beginnt nicht erst in der Kita.“ –                                                                  Elterliche Zuwendung soll als vertane Zeit diffamiert werden

 München  –  Der Familienbund der Katholiken in Bayern kritisiert Bundesfamilienministerin Schwesig für die Behauptung: „Bildung beginnt in der Kita.“ – Schon der Begriff „Muttersprache“ zeige, wo Bildung wirklich beginne.

Das Bundesfamilienministerium hat mit Datum vom 6. Nov. 2014 eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin wird Ministerin Schwesig mit den Worten zitiert: „Bildung beginnt in der KiTa.“

Dazu stellt der Landesvorsitzender des Familienbundes, Dr. Johannes Schroeter, fest: Bildung beginnt in der Familie. Sie beginnt spätestens mit der Geburt. Schon der Begriff Muttersprache zeigt, wo die meisten von uns ihre erste sprachliche Bildung erfahren haben.“

Die familiäre Bildung und Erziehung werde oftmals mit Absicht diskriminiert. Eltern sollten Minderwertigkeitsgefühle eingeredet werden. Insbesondere solle der Eindruck erweckt werden, dass die Zeit in der Familie vertane Zeit sei und der Entwicklung der Kinder schade.

Dahinter stünden vor allem wirtschaftspolitische Motive. Eltern sollten vermehrt von der Familienarbeit in die Erwerbsarbeit gedrängt werden. Damit sollten insbesondere demografiebedingte Lohnsteigerungen verhindert werden.

Dr. Johannes Schroeter
Landesvorsitzender,
Familienbund der Katholiken in Bayern

Landesgeschäftsstelle:
Rochusstr. 5
80333 München
Tel. 089-2137-2226
Fax  089-2137-2225
www.familienbund-bayern.de

 

 

 

VATER – MUTTER – STAAT

Am 27. Oktober ist das Buch des Münchener Journalisten und Familienvaters : VATER – MUTTER – STAAT erschienen. Die Untertitel lauten: Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung – Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören.

Die betreute Generation

Irgendwas läuft hier falsch. Wie sonst ist das wachsende Unbehagen von Eltern zu erklären, die ihre Kinder kaum noch sehen, weil sie im Büro sitzen, vorgeblich um sich selbst zu verwirklichen? Wie die Untersuchungen zu Stresshormonen bei Krippenkindern, die hier locker mit Topmanagern mithalten? Warum überlassen immer mehr Eltern die Verantwortung für ihre Kinder ganz selbstverständlich fremden Menschen? Eltern, die in ihrer Jugend noch »We don’t need no education« riefen. Eltern, die ihren Kindern Pippi Langstrumpf vorlesen. Rainer Stadler, Journalist und Vater, macht sich auf die Suche nach Gründen für den Sinneswandel und erkennt ein System: Aus kühl kalkulierten ökonomischen Gründen propagiert eine Koalition aus Politik und Wirtschaft seit Jahren den massiven Ausbau der Kinderbetreuung und hat das Leben der Familien und der Gesellschaft insgesamt tiefgreifend verändert. Wer sich gegen die verordnete Ganztagsbetreuung stellt, ist auch gegen Emanzipation und Förderung, jeder leise Zweifel wird damit im Keim erstickt. Rainer Stadler stößt eine längst überfällige Diskussion an. Sie betrifft uns alle.

Schnuppern Sie unter:

http://www.randomhouse.de/Buch/Vater-Mutter-Staat/Rainer-Stadler/e461172.rhd?mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false#tabbox

Das Buch kostet 19,90 €. Es wäre gut, wenn es reißenden Absatz bekäme!

 

Eiseskälte

In seiner Pressemeldung empfiehlt der Deutsche Familienverband der Politik und der Wirtschaft für eine familiengerechte Arbeitswelt zu sorgen, anstatt den Kinderwunsch junger Frauen bis zum St. Nimmerleinstag zu ver-eisen.

http://www.deutscher-familienverband.de/11-aktuelles/401-familienorganisationen-familiengerechte-arbeitswelt-statt-familienplanung-auf-eis

 

Unverzichtbarer Dienst!

Ohne die tagesaktuellen Nachrichten, die das Heidelberger Büro für Familienfragen und soziale Sicherheit über den hellhörig kritischen E-Mail -Dienst von Herrn Petropulos könnten wir von der“Elterninitiative für Familiengerechtigkeit“ unsere Nutzer nur sehr unzureichend informieren. Daher schätzen wir die emsige Arbeit des Autors als unersetzlichen Basisdienst, und seine differenzierten Einschätzungen als hochwertige Orientierungshilfe. Außerdem bietet das HBF eine Chronik über die gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen 20 Jahre und ein ausgezeichnetes Stichwort-Register zur schnellen Information.

Daher bitten wir Sie als Leser, diesen Dienst  als künftige Abonnenten zu stützen und sich registrieren zu lassen. Sie werden es nicht bereuen!

Bärbel Fischer

 

500+ – HBF-Abo-Kampagne 2014 für weitere 20 Jahre Klartext-Information des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit

Öffentliche Debatten und politische Entscheidungen brauchen solide Fakten, Analysen und Bewertungen. Beim Thema „demografische Nachhaltigkeit als Zukunft für alle“ gibt es bundesweit nur das Heidelberger Büro für Familienfragen und soziale Sicherheit (Heidelberger Familienbüro), das seit März 1995 unabhängig von der wechselhaften Themen-Konjunktur bei Politik und Medien beständig und tagesaktuell darüber informiert. Dabei sind die tagesaktuellen Meldungen vom Blick für das Ganze geprägt, liefert der HBF-Infodienst Exklusivmeldungen und -berichte, kritische Analysen auf höchstem Fachniveau und herausragende Gesamtdarstellungen. Die Qualität seiner unabhängigen und fundierten Arbeit spiegelt sich im Echo und den Inhalten der polit-medialen Debatten. Um diese Wirkung gerade in Zeiten eines massiven Spardrucks in der gesamten Medienbranche aufrechtzuerhalten und weiter auszubauen, brauchen wir jetzt (nicht nur) die Unterstützung unserer Leser und Leserinnen der HBF-Internetseite oder des kostenlosen HBF-E-Mail-Dienstes.

Testen Sie daher ganz unverbindlich das HBF-Schnupper-Abo oder entscheiden Sie sich für eines unserer reguläres Abonnements.

 

DIE INFORMATIONSFLUT IST BILLIG ZU HABEN – DURCHBLICK HAT SEINEN PREIS!

 

 

 

 

Studie mit Passauer Beteiligung zeigt: Mehr Krippen führen zu mehr Geburten

Mehr Krippenplätze führen zu mehr Geburten. Das ist das Resultat einer neuen Studie des ifo Instituts, an der auch die Universität Passau beteiligt war. Die Studie hat erstmalig den Ausbau der Krippenplätze in Westdeutschland auf den Zusammenhang mit der Geburtenrate untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass ein Anstieg der Betreuungsquote für unter dreijährige Kinder um zehn Prozentpunkte zu einem durchschnittlichen Anstieg der Geburtenrate um 2,8 Prozent führt. „Krippenplätze verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, erläutert Prof. Stefan Bauernschuster von der Universität Passau.

Sehr geehrter Herr Professor Bauernschuster!

Aus Ihrer Pressemitteilung vom 27. Mai 2014  geht hervor, dass Ihre STUDIE auf wunderbare Weise genau das Ergebnis lieferte, das sich die Bundesregierung so sehr gewünscht hat, nämlich dass ein vermehrtes Angebot an Kinderbetreuung auch eine vermehrte Geburtenrate bewirkt. Wie praktisch für unsere smarte Frau Familienministerin Schwesig, denn die Bundesregierung sichert sich vorsichtshalber „wissenschaftlich“ ab, wenn sie – ohne demokratische Legitimation – weitere Milliarden in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert. Dass dadurch jene Eltern noch mehr ins Hintertreffen geraten, die sich selbstverantwortlich der Erziehung ihrer Kleinkinder widmen ( durch Art. 6 GG verpflichtet ), steht außer Frage.

Wir fragen: Ist je eine Studie erstellt worden, die nachweist, wie sich mütterliche WAHLFREIHEIT auf die Geburtenrate auswirkt? Dazu müssten, wegen der Vergleichbarkeit, jene Summen, die der Staat für die außerfamiliäre Kinderbetreuung investiert ( ca. 1000.- € monatlich), auch jenen Eltern zu personaler 1:1-Betreuung verfügbar gemacht werden, die auf eine Erwerbsarbeit zugunsten ihrer Wunschkinder verzichten. Wegen der fehlenden Vergleichbarkeit halten wir Ihre Studie daher kaum für aussagekräftig. Wir behaupten nämlich, dass wir Eltern uns leichter für ein 2., 3., 4., Kind entscheiden würden, müssten wir nicht extrem, bis hin zur Armut,  Monat für Monat teuer dafür bezahlen *). Unseres Wissens ist der Versuch, Eltern ihr persönliches Familienmodell wählen zu lassen, noch NIE gemacht worden, denn diese Option ist von der Bundesregierung überhaupt nicht mehr vorgesehen, und sie gibt auch keinen Cent für eine VERGLEICHENDE  STUDIE aus. Der demografische Schwund ist aufgrund seit Jahrzehnten sträflich vernachlässigter Familienpolitik inzwischen so dramatisch, dass die BR glaubt, auf Kosten der emotionalen Sicherheit ihrer Kinder möglichst viele  junge Mütter für die Wirtschaft rekrutieren zu müssen. Man tut so, als käme es lediglich auf die ZAHL der Kinder als künftige Beitragszahler an, nicht aber auf deren vitale Stabilität. Denn als Wissenschaftler ist Ihnen das psycho-emotionale RISIKO sehr wohl bekannt, dem wir unseren Nachwuchs durch jahrelange Ghettoisierung aussetzen. Dass Ihre Studie diesen Aspekt völlig außer Acht lässt, zeugt nicht eben von Professionalität!
Daher wenden wir uns als ELTERNINITIATIVE an Sie, Herr Professor Bauernschuster, mit der Bitte, darüber ernsthaft nachzudenken, was unserem Nachwuchs mehr nützt: emotionale Bindungssicherheit über die Eltern und  stressfreies Aufwachsen in der Familie oder eine  1: 8- Betreuung für täglich 5 bis 10 Stunden ohne personalen Liebesbezug. Was wir Tierkindern im Zoo für viel Geld fraglos zugestehen, verweigern wir unserem eigenen Nachwuchs aus rein wirtschaftlichen Erwägungen.
Diesen Brief, sehr geehrter Herr Prof. Bauernschuster, veröffentlichen wir auf
http://forum-familiengerechtigkeit.de.
Mit den besten Grüßen in der Hoffnung darauf, dass Sie hiermit eine neue, vielleicht ungewohnte  Perspektive auf Familien und deren Missachtung durch die Bundesregierung*)  gewinnen, verbleibe ich in der Hoffnung auf Ihre Antwort
im Auftrag
Bärbel Fischer
*) lesen Sie dazu das Buch: SOZIALSTAATSDÄMMERUNG von Dr. Jürgen Borchert, leitender Richter am Landessozialgericht Darmstadt, Riemannn-Verlag München 2013
ANTWORT
Sehr geehrte Frau Fischer,
herzlichen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an meiner Arbeit.
Die Gesamtevaluation ehe- und familienbezogener Leistungen in
Deutschland, aus der die von Ihnen angesprochene Studie entstanden ist,
war ein riesiges Projekt, das von 2010 bis 2014 lief. Daran beteiligt
waren neben mir und meinen Kollegen am ifo Institut unter anderem
Forscher von TNS Infratest, des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW), des Zentrum für europäische
Wirtschaftsforschung (ZEW), des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts
(HWWI), der Universität Köln, der Universtiät Duisburg-Essen, der
Universität Bochum, des Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) oder
des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik (FFP).
Untersucht wurden eine Vielzahl ehe- und familienpolitischer Leistungen,
neben der öffentlichen Förderung der Kinderbetreuung zum Beispiel das
Kindergeld, das Ehegattensplitting, das Elterngeld oder auch das
Betreuungsgeld. Als Zielgrößen haben wir neben der Erfüllung von
Kinderwünschen unter anderem auch die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf, die wirtschaftliche Stabilität von Familien, die soziale Teilhabe
von Familien und nicht zuletzt auch das Wohlergehen von Kindern
untersucht.
Die einzelnen Module basieren auf einzigartigen Datensätzen; die
jeweiligen Fragestellungen wurden mit den modernsten wissenschaftlichen
Methoden analysiert. Die daraus entstandenen Forschungsarbeiten wurden
und werden auf diversen referierten Fachkonferenzen in Europa und den
USA präsentiert und haben weltweit große wissenschaftliche Anerkennung
erfahren. Dieser Prozess stellt sicher, dass sich unter die Arbeiten
keine „Gefälligkeitsgutachten“ einschleichen, sondern die Arbeiten
wissenschaftlich absolut objektiv, die Fragestellungen mit geeigneten
Methoden analysiert und die Ergebnisse replizierbar sind.
Damit wollen wir erreichen, dass Familienpolitik nicht auf ideologischen
Glaubenssätzen oder politischen bzw. wirtschaftlichen Interessen beruht,
sondern auf objektiven wissenschaftlichen Erkenntnissen. Jede der
Studien der Gesamtevaluation, so auch unsere Studie zu Kinderbetreuung
und Fertilität, liefert dafür ein winziges Mosaikstückchen, nicht mehr
und nicht weniger. Ich geben Ihnen natürlich völlig Recht, dass man aus
dieser einen Studie allein nicht sagen kann, was die beste
Familienpolitik ist. Wie gesagt: Nur in der Gesamtschau, in der
einerseits neben Fertilität weitere Ergebnisgrößen wie beispielsweise
das Wohlergehen der Kinder berücksichtig werden und andererseits auch
weitere familienpolitische Maßnahmen (wie beispielsweise das
Betreuungsgeld) angeschaut werden, können vorsichtige Rückschlüsse für
die Familienpolitik gezogen werden. Ich sage „vorsichtige“ Rückschlüsse,
weil wir natürlich nicht alles messen können, was unter Umständen
wichtig wäre. Aber wir können doch so einiges objektiv messen – und das
ist unserer Ansicht nach allemal besser als unüberprüften ideologischen
Glaubenssätzen blind hinterherzulaufen.
Was Ihre konkrete Frage betrifft, so sind für Sie wahrscheinlich
insbesondere die wissenschaftlichen Studien zu den Effekten von
Kinderbetreuung auf Fertilität und dem Wohlergehen von Kindern, aber
auch zum Betreuungsgeld interessant. Was die Effekte von Kinderbetreuung
auf das Wohlergehen von Kindern betrifft, verweise ich Sie auf diverse
Arbeiten des Nobelpreisträgers James Heckman, von W. Steven Barnett, des
Direktors des National Institute for Early Education Research, oder auch
auf die neuesten Arbeiten von Tarjei Havnes oder Janet Currie. Was die
Effekte des Betreuungsgelds auf das Wohlergehen von Kindern betrifft, so
finden Sie eine kurze, verständliche Zusammenfassung einer aktuellen
Studie von meiner Kollegin Christina Gathmann (Universität Heidelberg)
hier: http://www.uniheidelberg.de/md/awi/professuren/amnpoe/studiebetreuungsgeld_deutschekurzfassung.pdf.
Ich hoffe, Ihnen damit einen kleinen Einblick in den Hintergrund unserer
wissenschaftlichen Arbeit gegeben zu haben.
Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Bauernschuster————————————–
Prof. Dr. Stefan Bauernschuster
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftspolitik
Universität Passau
Innstraße 27, 94032 Passau (Germany)
Tel.: +49 (0)851-509-2540
http://www.wiwi.uni-passau.de/bauernschuster.htmlifo Forschungsprofessor
CESifo Research Affiliate
ANTWORT  der  ELTERNINITIATIVE

Herzlichen Dank, Herr Professor Bauernschuster für Ihre rasche Antwort zu meinem Schreiben vom 6. September 2014. Trotzdem bleiben für uns Eltern einige Fragen offen:

  • Wurde von den beauftragten Instituten je einmal eine Ertragsaufstellung aufgestellt, die Aufschluss darüber gibt, welcher NUTZEN von jedem geborenen Kind zu erwarten ist? Das ifo-Institut errechnete 2005 einen Gewinn für die Sozialversicherungen pro Kind von 77 000 € über die staatlichen Transferleistungen hinaus. Das bedeutet, dass jedes nicht mehr geborene Kind dem Staat einen vergleichbaren Schaden verursacht. Wenn man aber Müttern mit Altersarmut droht ( Manuela Schwesig), falls sie keiner Erwerbsarbeit nachgehen, so verhindert man die 2., 3., und 4. oder 5. Kinder, die als Ausgleich für die vielen verhinderten Kinder dringend gebraucht würden.
  • Mit keinem Wort bestätigen Sie, dass alternative Familienmodelle, z. B. SELBSTERZIEHER bei gleichwertiger finanzieller Förderung von 1000.-€ pro Kind untersucht wurden. Das war sicherlich auch nicht Ihr regierungsamtlicher Auftrag. Trotzdem ist Ihre Evaluation keineswegs aussagekräftig, solange dieser Aspekt fehlt!
  • Solange man staatliche oder institutionelle Kinderbetreuung ( Kommunale, Diakonie, Caritas, Kinderhilfswerk … ) für  Kindererziehung bezahlt, Eltern selbst  aber  leer ausgehen lässt, investiert man zwar in Arbeitsplätze, aber nicht in Familien. Insofern bleibt der Slogan FAMILIENFÖRDERUNG reines Geschwafel. Man muss nur polit-medial elterliche Kompetenz schlecht reden, schon profitieren familienferne Institutionen. Was läge näher, als Eltern für ihre Erziehungsarbeit selbst zu steuerzahlenden und sozialversicherten Arbeitnehmern zu machen?
  • Warum wurden für eine Evaluation familienfördernder Maßnahmen keine Eltern selbst oder sachkundige Verbände, z. B. der Deutsche Familienverband oder andere, gehört?
  • Inwieweit schätzt unsere Regierung überhaupt noch elterliche Erziehung?
  • Inwieweit will sie diese radikal aushungern?
  • Inwieweit verfolgt unsere Regierung eine staatliche Ghettoisierung des deutschen Nachwuchses über die gesamte Kindheit und Jugend und entfremdet ihn den Elternhäusern, was jegliche Pluralität verhindert?

Auch wenn Sie keinen familienpolitischen Empfehlungen aussprechen, so müssten Sie doch die Konsequenzen Ihrer Evaluation abwägen.

Dazu wünschen wir uns von Ihnen eine klare Auskunft, Herr Professor Bauernschuster!

Mit den besten Grüßen                                                                                                     Bärbel Fischer                                                                                             ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT