„Kindestod – gut und günstig!“

Der gestrig ausgehandelte Kompromiss zwischen UNION und SPD zum Werbeverbot für Abtreibungen ( StGb 219 a ) könnte zum Bruch der Koalition führen, wenn die Befürworter der Streichung aus SPD, FDP und GRÜNEN nicht nachgeben. Sollten sie Oberwasser gewinnen und eine Gewissensentscheidung im Parlament erzwingen, so steht zu befürchten, dass noch mehr Unionswähler sich der AfD zuwenden, weil sie das grundgesetzliche Lebensrecht  eines Menschen von der Zeugung bis zum Tod missachtet sehen. Die Merz´sche „Halbierung der AfD“ steht damit noch weiter in den Sternen.

Leserbrief

„Ärztin kritisiert Kompromiss“, Schwäbische Zeitung 14. 12. 2018, S. 1 und 5

Für ihre Produkte werben Anbieter mit Qualität und Preis. Optimale Qualität erzielt den höchsten Preis. Für Schwangerschaftsabbruch öffentlich zu werben hieße, besonders gute Qualität oder einen besonders günstigen Preis anzubieten. Werbeslogans könnten dann so aussehen: 

  • „Schwangerschaftsabbruch – ohne Risiko!“
  • „Auf Schwangerschaftsabbruch im Dezember 20% Rabatt!“ 
  • „Schwangerschaftsabbruch-problemlos für Mutter und Kind!“  o. ä.

Zugegeben – ziemlich zynisch! Wie aber sollte der Wettbewerb unter Ärzten über Presse und Internet sonst funktionieren? Jeder wirbt um neue Kundschaft.

Ersetzen wir den Begriff „Schwangerschaftsabbruch“ durch das Wort  „Kindestod“, so wird das ganze Ausmaß der Schizophrenie sichtbar:

  • „Kindestod – ohne Risiko!“
  • „Auf Kindestod im Dezember 20% Rabatt!“
  • „Kindestod – problemlos für Mutter und Kind!“

Sollte noch irgendjemand über Fachkräftemangel oder Rentenmisere  jammern? 

ELTERNINITIATIVE FAMILIENGERECHTIGKEIT

Bärbel Fischer

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Dazu Dennis Riehle:

Es ist ein Skandal, mit welch scharfen Tönen linke Politiker auf den Kompromiss reagieren, den die schwarz-rote Regierung zur Reform des § 219a StGB gefunden hat. Wenn die frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Cornelia Möhring, von der Fake-Krankheit Post-Abortion-Syndrom“ spricht,  dann ist das eine tiefe Verächtlichmachung des Ansinnens, werdendes Leben zu schützen. Wo Möhring eine Doppelmoral der Union wittert, hat sich in Wahrheit die ethische Vernunft durchgesetzt. …..                                                                                                                                 Das Werbeverbot für Abtreibungen, es muss in seiner Kernsubstanz auch weiterhin Geltung haben. Ärzte, die mit dem „Leistungsangebot“ des Schwangerschaftsabbruchs prahlen wollen, dürfen sich nicht auf legitime Informationsrechte beziehen, denn das Anpreisen eines medizinischen Eingriffs, der letztendlich den Tod eines heranwachsenden Kindes bedeutet, er ist eine moralische Bankrotterklärung vor dem Selbstbestimmungsrecht der Frau und eine Perversion unserer Vorstellung von gesellschaftlichem Fortschritt. Wer nach vorne blickt, der muss dem neuen Leben eine Chance geben und darf sich dem Glück der Elternschaft nicht verschließen. Wir brauchen eine Kultur des Werbens für unseren Nachwuchs, einen Aufruf zum begeisterten Muttersein. Lassen wir uns die gesamtgesellschaftliche Aufgabe anpacken, statt uns auf feministischen Parolen auszuruhen.

Dennis Riehle                                                                                                          Martin-Schleyer-Str. 27                                                                                               78465 Konstanz                                                                                              www.Dennis-Riehle.de

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Realitätsblindheit rächt sich – jetzt!

Der fragwürdige  „UN-Global-Pact for Migration“ ist unterzeichnet mit dem illusorischen Ziel, die leeren Arbeitsplätze in Deutschland durch Einwanderer zu füllen. Dass uns der eigene Nachwuchs fehlt, ist die logische und seit Jahrzehnten absehbare Folge einer bundesdeutschen Generationenpolitik, die diesen Namen längst nicht mehr verdient. Anstatt Familien mit mehreren Kindern so auszustatten, wie es unser Grundgesetz vorsieht, werden Menschen ohne Unterhaltsverpflichtungen fiskalisch bevorzugt, während Eltern mehrerer Kinder das Nachsehen haben.

Siehe: 

https://www.deutscher familienverband.de/publikationen/fachinformationen/send/2-publikationen/222-horizontaler-vergleich-2018 

Hier kann sich jeder selbst ausrechnen, welchen Betrag er/sie Familien, bzw.  deren Kindern Monat für Monat schuldet.

Warum fehlt uns der eigene Nachwuchs? 

  1. Weil sich Eltern unter der vorgegebenen Sozialpolitik nicht mehr als ein oder zwei Kinder auf eigene Kosten leisten können.
  2. Weil Eltern mehrerer Kinder mit Sozialabgaben belastet werden, so als wären sie kinderlos ( s.o. ). 
  3. Weil unser Abgabengesetz nicht zwischen unterhaltspflichtig und nicht unterhaltspflichtig unterscheidet.
  4. Weil unser liberales Recht nicht Hilfe zum Erhalt menschlichen Lebens, sondern Hilfe zur dessen Beendigung ( Abtreibung) gewährt.
  5. Weil Paare nicht einsehen, dass ihre potentiellen Kinder nicht ihnen selbst, sondern staatlicher Doktrin in Krippe, Hort, Ganztagsschulen unterstehen sollen. Daher verzichten sie lieber gänzlich auf Kinder.
  6. Weil heute Familien mit mehreren Kindern gesellschaftlich als asozial geächtet werden, weil sie anscheinend „dem Staat auf der Tasche liegen“, obwohl sie die künftigen Renten durch ihre Abgaben zu sichern haben.
  7. Weil eine ununterbrochene berufliche Karriere ohne Unterhaltsverpflichtung in der Altersversorgung mit einer üppigen Rente belohnt wird, während eine Karriere als Mutter mehrerer Kinder dagegen nur eine sehr geringe Auswirkung auf deren Rente bewirkt.

Wer also in die heuchlerischen Klagen über den Fachkräftemangel einstimmt, sollte sich eingestehen, dass unsere Regierung seit Jahrzehnten alles unterlassen hat, was je den einheimischen  Nachwuchs hätte fördern können. Das demografische Problem sah und sieht die Kanzlerin immer nur bei der älteren Generation. Dass die Renten aber ausschließlich auf genügend ausgebildetem Nachwuchs basieren, scheint sie „vergessen“ zu haben. Frau Merkel  hat den Vorschlag junger CDU-Politiker zu einer Demografie-Abgabe 2012  flugs in ihren Papierkorb befördert, ohne dass die CDU-Jugend rebelliert hätte. Wie kann man das verstehen? Ist und war die Kanzlerin unangreifbar? Warum haben sich Spahn, Missfelder u. a. nicht auf ihre Hinterfüße gestellt? Ich verstehe es bis heute nicht. Denn schließlich wussten sie, dass die künftige Altersvorsorge ihrer Generation auf sehr wackeligen Füßen steht, wenn der entsprechende Nachwuchs fehlt. 

Der Versuch, fehlenden heimischen Nachwuchs nun durch analphabetischen Migrantennachwuchs zu ersetzen, wird fehlschlagen.

Realitätsblindheit rächt sich – jetzt!

Dazu die mutige Rede des CDU- Bundesdelegierten Eugen Abler aus Bodnegg beim CDU-Bundesparteitag vom 7.12. 2018 in Hamburg:

Die Kreisrätin Frau Liv Pfluger ( Grüne ) äußerte sich am 15. 12. 2018 in der Schwäbischen Zeitung ( OBERSCHWABEN ) empört über die Rede von Herrn Abler in Hamburg. „Schwangerschaftsabbrüche in gedanklichen Zusammenhang mit Fachkräftemangel und Migration zu bringen, mache sie fassungslos“.

Dazu unser persönliches Anschreiben an Frau Pfluger:

 

Sehr geehrte Frau Kreisrätin Liv Pfluger,

der Schwäbischen Zeitung entnahm ich heute Ihre Empörung über die Rede von Herrn Abler auf dem Hamburger Parteitag der CDU.  Sie bestreiten, dass zwischen der großen Zahl an jährlichen Abtreibungen seit 1993 und dem derzeitigen Fachkräftemangel ein Zusammenhang besteht. Dabei verkenne ich nicht, dass es außer wirtschaftlichen auch gesellschaftliche und persönliche Notlagen gibt.
Wir von der Elterninitiative Familiengerechtigkeit sehen den demografischen Verlust auch in der Weigerung vieler Paare ( ca. 25%), sich überhaupt noch für Kinder zu entscheiden. Beides, der Entschluss zu einer Abtreibung und der freiwillige Verzicht auf Kinder sind doch die logische Folge darauf, dass es in unserem Land, anders als anderswo in Europa (z. B.Frankreich, Ungarn etc. ), eben  k e i n e  Willkommenskultur für Kinder gibt.  Wenn mit jedem weiteren Kind eine Familie der Armut ein gefährliches Stück näher kommt, wie der Deutsche Familienverband jährlich ausrechnet, so ist doch was faul im Staate. Siehe:
Nicht nur das Bundesverfassungsgericht mit seinen vier familienbezogenen Urteilen ( BVerfGE 82,60 – 1 BvL 20/84,  BVerfGE 87,1 – BvL 51/86 u. a.,   BVerfGE 99,216 – BvR 1057/91 u.a.,  BVerfGE 103,242 – 1BvR 1629/94 ), sondern auch viele Familienverbände und- initiativen weisen seit Jahrzehnten unaufhörlich auf den Kardinalfehler in unserem deutschen Sozialgesetz hin. Wenn man Familien – bildlich gesprochen – die Sau vom Hof klaut ( Steuern und Abgaben ) und ihnen drei Schnitzel als Almosen ( Kindergeld als Ersatz für die verfassungswidrige Besteuerung des Kinder-Existenzminimums ) zurück gibt, dann sind Paare doch doof, wenn sie sich für ein Kind entscheiden!
Was tun die Grünen politisch, damit  Frauen gar nicht erst in existenzielle Notlagen kommen und sich gelassen für ihr Kind entscheiden können? Die GRÜNEN sorgen sich doch um jeden Käfer und jedes Pflänzchen und deren Fortkommen. Aber was ist mit der Sorge um menschlichen Nachwuchs? Haben sich die GRÜNEN je für eine verfassungsgemäß gerechte Ausstattung von generativen Familien eingesetzt? Warum steigt denn in Deutschland Kinder-und Familienarmut stetig an, obwohl sich seit 1965 unser Nachwuchs halbiert hat ? Doch nur, weil Eltern im Abgabenrecht so behandelt werden, als hätten sie keine Kinder. Eine Schande für ein reiches Land wie das unsere!
Was m. E. völlig aus dem politischen Blickfeld rückt, ist die Tatsache, dass kein vermiedenes Kind Nachkommenschaft erzeugen kann. Es fehlen uns auf lange Sicht ganze Generationen. Und hier ist das Argument Fachkräftemangel mehr als angebracht.
Ihre polemische Empörung, werte Frau Kreisrätin, nehme ich Ihnen erst ab, wenn Sie uns nachweisen, dass Sie und die GRÜNEN sich mit wesentlich mehr Engagement für generative Lebenshilfe als für Sterbehilfe einsetzen.
Mit freundlichem Gruß
Bärbel Fischer
P.S. Dieses Schreiben geht auch an die Redaktion der Schwäbischen Zeitung, Ravensburg, an das „Forum Familiengerechtigkeit“ und an Herrn Abler persönlich.

Mitmenschlichkeit zum Nulltarif ?

Sozialverbände, Medien und Politik äußern sich publikumswirksam höchst entsetzt über die kleine Anfrage der AfD zu Behinderungen bei heimischen und immigrierten Kindern. Schnappatmung bei den Politikern, Aufschrei bei den Sozialverbänden über so viel „soziale Kälte“. Man scheut sich auch nicht, Inzest-und Euthanasiephantasien zu unterstellen.  Cui bono? Zu wessen Nutzen, möchte man fragen, wird nun dieser mediale Hype inszeniert? Was soll er bewirken?  

Einwurf

Für mich ist dieser Aufstand die pure Heuchelei, solange stillschweigend und klaglos akzeptiert wird, dass in Deutschland jährlich um die 100 000 Embryonen über ein liberales Abtreibungsgesetz „entsorgt“ werden. Es fehlt uns seit zwanzig Jahren der Nachwuchs in der Größenordnung einer Großstadt – jährlich! Das Gejammer über fehlende Fachkräfte widert mich an, denn unsere Politik hätte längst die Voraussetzungen dafür schaffen können, dass sich Eltern mehr als ein oder zwei Kinder überhaupt noch leisten können, ohne die ökonomische Existenz der Familie zu gefährden. Denn mehr als 40% aller abgetriebenen Kinder sind dritte oder vierte Kinder von Familien, die sich wegen ihres vorhandenen Nachwuchses bereits in staatlich verursachter Notlage befinden.

Zum Zweiten stellt sich hier die Frage nach dem hiesigen Demokratieverständnis, wenn eine lächerliche Anfrage ausgeschlachtet wird, als stünde die Rückkehr der Nazidiktatur zur Debatte.

Echte Mitmenschlichkeit kostet eben Engagement, Verantwortungsbereitschaft und Geld, geheuchelte Mitmenschlichkeit geht, wie man sieht, zum blanken Nulltarif.

 

Bärbel Fischer                                                                                          ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

 

 

 

„Auferstanden aus Ruinen…“

Bertha Stein, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Formats achgut.com, beschreibt mit Esprit und Wortwitz den Zustand bundesdeutscher Gesellschaftspolitik als „Realsozialistischen Einheitsbrei Deutschlands“. Akademisierungswahn, Fachkräftemangel, Bildungsinflation, Vereinbarkeitslüge, Ganztagsbetreuung, Gleichstellungsfanatismus und D-emanzipation von Frauen und Männern sind die Früchte einer Politik, die Gemeinsinn, Emotionalität, Verantwortung und Fürsorge durch einen allgemeinen Narzissmus ersetzt hat.

http://www.achgut.com/artikel/narzisten_fuer_deutschland

 

Die Einwanderung ist eine einzige Flickschusterei

Jasper von Altenbockum fragt in der FAZ nach den Ursachen dafür, dass Deutschlands Wohlstand ohne Masseneinwanderung nicht mehr erwirtschaftet werden kann. Die Ursache ist nicht der Fachkräftemangel, wie immer getan wird. Dieser ist allenfalls ein Symptom. Die Ursache ist die schwache Geburtenrate. Anstatt sich für bessere Bedingungen für die Realisierung einer Familie zu engagieren, setzt unsere Politik auf Zuwanderung.

Zu einem Einwanderungsgesetz wird es so schnell wohl nicht kommen. Der CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der im Januar auf den rot-grünen Zug aufspringen wollte, ist vorerst an der Unionsfraktion im Bundestag gescheitert. Auch aus den Ländern gibt es Widerstand, aus den wenigen, in denen noch Ministerpräsidenten von CDU und CSU regieren. Jeweils ist die Befürchtung groß, dass die Union schon im Bundestag Schwierigkeiten hätte, sich durchzusetzen, und erst recht im Bundesrat überstimmt werden könnte. Dann würde nichts daraus, die unübersichtliche deutsche Gesetzgebung an die strengen Regeln klassischer Einwanderungsländer anzupassen. Vielmehr träfen sich auf kuriose Weise der Glaube deutscher Unternehmer an eine bevölkerungspolitische Planwirtschaft und der romantische Glaube multikultureller Vordenker an die unendliche Belastbarkeit der deutschen Gesellschaft. Das eine firmiert unter dem „Fachkräftemangel“, das andere unter dem „Bleiberecht für alle“. Das wäre allerdings nur die Fortsetzung einer seltsamen Allianz gewesen, die sich zwischen Wirtschaft und Fortschrittsglaube herausgebildet hat. Die deutsche Wirtschaft hat schon seit geraumer Zeit Gefallen gefunden am wichtigsten Pfeiler einer rot-grün inspirierten Gesellschaftspolitik, die mit der Einwanderungspolitik auf den ersten Blick nichts, auf den zweiten Blick aber sehr viel zu tun hat.

Denn was sind eigentlich die Ursachen dafür, dass Deutschlands Wohlstand ohne Masseneinwanderung nicht mehr erwirtschaftet werden kann? Die Ursache ist nicht der Fachkräftemangel, wie immer getan wird. Das ist allenfalls ein Symptom. Die Ursache ist die schwache Geburtenrate. Mindestens so sehr wie über die Einwanderung sollte darüber gestritten werden, worin Politik und Wirtschaft erfolgreicher waren: in der Senkung oder der Steigerung dieser Geburtenrate. Reichte es früher in der Regel, dass nur ein Mitglied des Haushalts zur Arbeit ging, um den Wohlstand zu mehren, müssen es heute schon zwei sein, um das Niveau einer Familie wenigstens zu halten. Das lässt sich als Errungenschaft der Gleichberechtigung feiern, aber auch als Ausbeutung und ökonomischer Zwang bedauern, der die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ voraussetzt. Seit Jahren ist das nicht mehr nur ein zentrales Anliegen der Gesellschaftspolitik, sondern auch der Wirtschaft. So musste das Reallohnniveau nicht steigen, sondern konnte sogar sinken, und frische Fachkräfte bevölkerten den Arbeitsmarkt. Mit Familie und Beruf hat das allerdings nichts zu tun, es geht nur noch um die Vereinbarkeit beider Elternteile mit den Zwängen des außerhäuslichen Erwerbslebens. Die Belastungen, die sich daraus für die „Infrastruktur“ der Familien ergaben, wurden auf den Staatshaushalt abgewälzt – und auf das Nervenkostüm der Familien mit Kindern, soweit es sie überhaupt noch gibt.

Das Ergebnis dieser Politik ist ein einziges Scheitern: Die Zahl der Geburten geht seit Jahrzehnten zurück und stagniert auf niedrigem Niveau, die Zahl der Single-Haushalte ist stark gestiegen, „kinderreiche“ Familien sind so gut wie ausgestorben, und wenn es sie doch noch gibt, dann lebt jede dritte davon unterhalb der Armutsgrenze, bezieht Hartz IV oder Wohngeld. Ironie dieses Scheiterns auf der ganzen Linie ist der demoskopische Lichtblick, dass die intakte Familie nicht mehr als das Korsett und das Gefängnis wahrgenommen wird, als das sie noch vor einem halben Jahrhundert in fortschrittlichen Kreisen gerne verteufelt wurde, sondern als eine Sehnsucht, als Idealvorstellung und als ein Traum, der für viele allerdings unerreichbar bleibt.

Diese Ursachen des Fachkräftemangels, obgleich alles andere als Naturereignisse, kommen in der Debatte über Demographie und Einwanderung schon gar nicht mehr vor. Vielmehr wird die Illusion genährt, Einwanderung fülle die Lücke, welche die demographische Krise hinterlässt – das ist die nächste Utopie nach der Vereinbarkeits-Utopie. Es hat in den vergangenen Jahrzehnten nicht an Vorschlägen, an Forderungen, ja sogar an rechtskräftigen Urteilen – bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht – gefehlt, wie gegen die gewollte Kinderlosigkeit vorzugehen sei. Beispielhaft ist dieWeigerung der Politik, das Rentensystem vom Kopf auf die Füße zu stellen, also bei der Bemessung der Rentezu honorieren, dass sich jemand an den Generationenvertrag gehalten und Kinder in die Welt gesetzt hat. Stattdessen werden Rechnungen präsentiert, die zeigen sollen, mit wie vielen Milliarden Euro Familien mit Kindern jährlich subventioniert werden. Seltsam, aber wahr: Es „lohnt“ sich ganz offensichtlich trotzdem nicht.

Ganz unbemerkt ist den Parteien diese Bruchlandung nicht geblieben. Die CDU will über das „gute Leben“ reden (ohne Kinder?), und die SPD, die allen Grund hätte, die ökonomische Ausschlachtung der Familie anzuprangern, macht sich Sorgen um die Freizeit und den Arbeitsalltag der Dreißig bis Fünfzigjährigen. Neue Arbeitszeitmodelle für Mütter und Väter sind im Gespräch, die eigentlich nichts anderes sind als die notdürftige Reparatur der Beschädigungen, die der Vereinbarkeitswahn hinterlassen hat. Von solchen Reparaturen wird Deutschland in den kommenden Jahren gar nicht genug bekommen: Die Einwanderung ist eine einzige große Reparatur.

Familienbund Bayern zum Sozialwort der Kirchen

Die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der EKD haben gemeinsam ein Papier „für eine erneuerte Wirtschafts- und Sozialordnung“ herausgegeben. Es trägt den Titel „Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft“ und kann hier heruntergeladen werden:
http://www.sozialinitiative-kirchen.de/

Als gesellschaftlich bedeutsame Leistung der Familien benennen die Kirchenleitungen die Unterstützung der sozialen Sicherungssysteme (d.h. Renten-, Kranken-, Pflegeversicherung), die „Familien mit Erziehungs- und Pflegeleistungen erbringen“ (S. 38).

Ansonsten werden Eltern und Familien in negativen Zusammenhängen erwähnt:

  • Armut [wird] weiterhin in viel zu vielen Familien von einer Generation an die nächste „vererbt“ (S. 44);
  • Für die kindliche Entwicklung wirken sich darüber hinaus mangelnde Gesundheitsvorsorge und schwierige Familienbeziehungen nachteilig aus (S. 51);
  • sozial schwache Familien (S. 51);
  • Kinder aus benachteiligten Familien [haben] bereits beim Eintritt in die Grundschule kaum noch aufzuholende Sprach- und Entwicklungsdefizite (S. 51);
  • Eltern, die bereits selbst keinen berufsqualifizierenden Abschluss erworben haben (S. 51);
  • Bildungsarmut im Elternhaus (S. 51)

1997 hatten die Kirchleitungen schon einmal ein gemeinsames Sozialwort herausgegeben. Das klang erheblich anders:
http://www.dbk-shop.de/media/files_public/mlrvpchir/DBK_69.pdf

Armut wurde damals nicht als Erbkrankheit von Familien gedeutet, sondern als Folge eines absolut mangelhaften Familienlastenausgleichs (S. 32, S. 75). Zudem meinten die Kirchleitungen damals, dass „es wünschenswert ist, dass ein Elternteil um der Kinder willen in der Lage ist, auf eine Erwerbstätigkeit zumindest zeitweise zu verzichten, um Familien- und Erziehungsarbeit leisten zu können.“ (S. 82).

In dem neuen Papier heißt es: „Angesichts des demografischen Wandels und des schon jetzt in einigen Regionen und Branchen herrschenden Fachkräftemangels kann es sich die deutsche Gesellschaft zudem weniger denn je leisten, Talente brachliegen zu lassen“ (S. 43). Gemeinsame Verantwortung heiße, „eine breite Beteiligung an Erwerbsarbeit als wichtigem Ausdruck gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen.“ (S. 45)

Dieser Gedanke findet sich zwar nicht im Evangelium, aber durchaus bei den deutschen Wirtschaftsverbänden.

Dr. Johannes Schroeter
Landesvorsitzender,
Familienbund der Katholiken in Bayern

Landesgeschäftsstelle:
Rochusstr. 5
80333 München
Tel. 089-2137-2226
Fax  089-2137-2225
www.familienbund-bayern.de