Birgit Kelle: Standortvorteil Elternhaus

In ihrem Newsletter weist die Journalistin und vierfache Mutter Birgit Kelle darauf hin, wie kontraproduktiv und ineffektiv die linke Vorstellung ist, benachteiligten Kindern dadurch „gleiche Chancen“ zu schaffen, indem man       a l l e  Kinder ganztags in die Schule zwingt. Anstatt bildungsferne Elternhäuser zu stärken, soll der positive Einfluss der bildungsbeflissenen Eltern auf ihre Kinder möglichst minimiert werden.

STANDORTVORTEIL  ELTERNHAUS

Wer begreifen will wie Gleichmacherei funktioniert, sollte diesen Text einmal lesen:              ( Süddeutsche Zeitung, 23.10. 2018 -Matthias Kohlmaier – Herkunft und Schulerfolg )

https://www.sueddeutsche.de/bildung/schule-pisa-oecd-ganztagsschule-1.4181477

Ausgangslage: Wir stellen fest, dass der Bildungserfolg eines Kindes immer noch massiv von der Herkunft und dem Bildungsniveau des Elternhauses abhängt. Kinder, die aus dem Bildungsbürgertum kommen und Eltern haben, die sich um den Schulerfolg ihrer Kinder kümmern, die Hausaufgaben überwachen und kontrollieren, üben und erklären, sind im Vorteil gegenüber Kindern, deren Eltern  sich nicht um die Schulbildung kümmern.

Nun könnte man aus dieser  Faktenlage zwei unterschiedliche Fazits ziehen.
Ich zum Beispiel sehe hier den Standortvorteil Elternhaus, den man ausbauen sollte. Wenn Eltern, die Zeit haben, und gut ausgebildete Eltern sind gut für Kinder, dann sollten wir den Einfluss des Elternhauses unbedingt erhalten. Wir sehen ja was geschieht, wenn er fehlt. Also bitte weniger Ganztag  in der Schule und schon gar nicht verpflichtend. Sondern lieber in das Original, in das Elternhaus investieren.

Der Autor dieses Textes in der Süddeutschen Zeitung geht genau den entgegengesetzten und übrigens klassisch sozialdemokratischen Weg. Er fordert mehr Staat, mehr öffentlichen Einsatz. Weil die Schule den Einfluss des Elternhauses nur schwer durchbrechen kann, sollten Kinder  seiner Meinung nach noch mehr Stunden am Tag in der Schule verbringen, denn nur so könne man den Einfluss des Elternhauses zurückfahren und die sozial schwachen Schüler auffangen.

Das Problem: Wieso sollten Kinder mit einem guten Elternhaus mit dieser Methode ebenfalls ihrem guten Einfluss im Elternhaus entfremdet und entzogen werden? Das ist ja die Konsequenz. Wer mehr Ganztag fordert, der nimmt Millionen von guten Schülern ein funktionierendes System weg nur mit der vagen Hoffnung, dass es ihnen nicht schadet, während es jenen Schülern nutzen soll, die davon eventuell profitieren könnten.
Statt also dort, wo etwas gut läuft, unnötige und gefährliche Schneisen zu schlagen, sollten wir lieber schauen, wie wir all jene Eltern in Gang bekommen, die sich nicht genug um die Schulbildung ihrer Kinder kümmern. Denn wenn es stimmt, dass Schule den Einfluss des Elternhauses kaum relativieren kann, bedeutet das für Kinder aus prekären Situationen: Sie schaffen es auch mit Ganztagsschulen nur schwer aus ihren Milieus. Um das zu schaffen, brauchen nicht mit der Gießkanne alle, sondern genau diese Kinder gezielte Förderung. Und genau deren Eltern müssen an die Hand genommen und in Gang gesetzt werden.

Wer nachhaltig Kinder fördern will kann dies nicht  g e g e n,                           sondern immer nur  m i t  dem Elternhaus tun.

4 Gedanken zu „Birgit Kelle: Standortvorteil Elternhaus

  1. Sehr klare, logische und vernünftige Worte zu einem enorm wichtigen Thema. Doch die Politik arbeitet seit Jahrzehnten schon gegen diese Logik. Und warum? Dahinter steckt eine ganz perfide Absicht…………Ob die Mehrheit der Wähler weiterhin sich eine solche Politik leisten will?

  2. Aus Ihrer Mail vom 23.11.2018 20:43 liebe Frau Fischer zu Birgit Kelle entnehme ich „…. bildungsferne Elternhäuser zu stärken …“
    Ich habe den Newsletter von Frau2000plus vom 01.09.2018. Plus für die wichtige Eigenschaft Mutter.
    Das ist auch dass, was ich mit meinem Beitrag effektive Kommunikation unterstützen will. Vielleicht könnte man das bei Ihnen bzw. in https://www.familiengerechtigkeit-rv.de auch veröffentlichen. Z. B. als Gastbeitrag.
    Im Dezember lese ich noch Korrektur.

  3. Da ist sie, unverhüllt in ihrer ganzen Hässlichkeit: Die Fratze des Kommunismus. Der Einfluss des Elternhauses auf die Kinder soll zurückgefahren werden, alle Kinder aus der Kinderstube weg in die Kindkasernen des Staates überführt und dort so lange festgehalten werden, bis sie gesäubert sind von jedem Anhängsel des Elternhauses. Nach bekanntem Muster wird das Vorhaben als Sorge um das Kindeswohl dargestellt: Nur so könne den sozial Benachteiligten die notwendige Förderung des sprachlichen Verhaltens gegeben werden. Das sind die Flötenspiele nach dem Vorbild des Rattenfängers von Hameln und – zeitlich näherliegend – nach dem Vorbild der Stalinisten ( die Ergebnisse waren zu besichtigen in den früheren rumänischen Kinderverwahranstalten). Wer dann noch die Frage stellt, warum denn alle Kinder, auch die, welche eine solche Förderung zu Hause erfahren und der staatlichen Intervention nicht bedürfen, sich in die große Herde einreihen sollen, wird mit verschwurbelten Floskeln abgespeist, etwa mit dem verärgerten Hinweis, alle müssten sich in das große Vorhaben einbringen oder mit der Bemerkung, dass es für die „Eliten“ keine Sonderregelung und keine statusbedingten Vorteile geben dürfe (der alte, wohlbekannte Sozialneid verbunden mit dem sozialistischen Dogma einer allgemeinen Gleichmacherei).
    In einem Punkt hinkt der Vergleich mit dem Rattenfänger von Hameln allerdings: Dieses Mal ist das Ziel und sind die Ergebnisse wohlbekannt. Es genügt ein Blick zurück nach dem kommunistischen Rumänien oder in die Gegenwart auf Venezuela, Kuba, Nordkorea. Dieses Mal kann niemand mehr sagen, er hätte nicht wissen können, wohin die Reise geht.

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