Wer ist denn hier der Bittsteller?

Kindergeld, Kinderfreibeträge, Elterngeld, Mütterrente, beitragsfreie Mitversicherung der Kinder – was wollen Familien denn noch alles? Sind denn 200 Mrd. jährlich nicht genug?

Schön wär´s! Aber leider handelt es sich bei dieser Zahl um ein Märchen der Politik, immer wieder auch genussvoll von den „Leitmedien“ verbreitet, um glauben zu machen, dass Familien  in Deutschland auf Rosen gebettet sind. Dabei bestätigt das Familienministerium selbst, dass von den 200 Mrd. nur ca. 55 Mrd. reine Förderung sind.

Nebenbei: Familien wollen gar nicht „gefördert“ werden, sie sind keine Bittsteller, aber sie wollen von verfassungswidriger Belastung ent-lastet werden. Denn gerade sie sind es doch, die den schweren Rentenkarren ziehen müssen. Ein Zugpferd, das schlecht behandelt wird, wird den Wagen nicht weit bringen. Darum frage ich, ob nicht wir alt Gewordenen die eigentlichen Bittsteller sind, denn unser Wohl und Wehe hängt von jenen Kindern ab, die noch geboren, geliebt, erzogen und begleitet werden.

Iris Emmelmann, Grundlagenreferentin des Deutschen Familienverbands, klärt auf:

Was steckt hinter den Fördermilliarden für Familien?

http://www.deutscher-familienverband.de/publikationen/fachinformationen?start=10

2 Gedanken zu „Wer ist denn hier der Bittsteller?

  1. Meistens werden die „Förderbeträge“ von 55 bis 200 Mrd. Euro aus Sicht des Staats betrachtet und erscheinen gigantisch. Betrachtet man sie aber mal aus Sicht der betroffenen Familien (und um die geht es!), sieht es ganz anders aus:
    Eine Familie gibt pro Kind und Monat fast 600 Euro aus (Quelle: Statistisches Bundesamt. Wiesbaden), wovon der größte Teil auf die große familiengerechte Wohnung, Strom, Wasser und Heizung dafür, Kleidung und Nahrung, das familiengerechte Auto, familiengerechte Urlaube usw. entfallen – sprich: nicht zum freien Konsum zur Verfügung stehen. Davon werden nur etwa 160 Euro aus der sog. „Familienförderung“ erstattet, also bleiben 440 Euro aus eigener Tasche. Summiert man diese bei zwei Kindern über 20 Jahre, investiert eine Familie stattliche 211.200 Euro in ihre Kinder.
    Doch davon erhält sie nichts adäquates zurück, weil die Rentenbeiträge der später erwachsenen Kinder vorwiegend selbst Kinderlosen zugute kommen, die wegen der durchgehenden Erwerbstätigkeit höhere Rentenansprüche haben.
    Genau diese „Transferausbeutung“ der Familien ist eine wesentliche Ursache für den Kindermangel in unserem Lande.
    Wenn schon eine 1-Kind-Familie beobachten muss, dass sich die kinderlosen Nachbarn wegen des Verzichts auf die Kinderkosten viel größere Autos und viel teurere Urlaube leisten können, dann werden sie kein zweites Kind in die Welt setzen – und das Aussterben unseres Landes geht munter weiter.
    Erst wenn der „Familienlastenausgleich“ (kommt weit vor der „Förderung“) so weit geht, dass eine Familie mit Kindern nicht mehr benachteiligt ist gegenüber einem kinderlosen Paar und sich trotz der Kinderkosten genausoviel Haus, Auto und Urlaub leisten kann, werden wieder mehr Kinder geboren.
    Das ist keine Frage des Geldes, sondern der Verteilung zwischen Familien mit und ohne Kindern. Doch die Politik scheut sich, Familien besser zu stellen, weil dann die eine oder andere Mutter auf den Gedanken kommen könnte, ihre Kinder auch erziehen zu wollen und dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung steht. Das wissen die kurzfristig denkenden Wirtschaftslobbyisten zu verhindern, solange sich das Volk das alles gefallen lässt. Wie lange noch?

  2. In meinem Engagement für Familiengerechtigkeit wird mir häufig vorgeworfen, der finanziellen Frage viel zuviel Gewicht zu geben. Mir ginge es nur um GELD, höre/lese ich. Es gebe jedoch viele andere Gründe, sich den Nachwuchs zu ersparen – Unabhängigkeit, Lust auf berufliche Selbstverwirklichung, berufliche Mobilität, Zukunftsängste etc. Fest steht aber laut Statistik, dass viele Eltern ihr drittes und weitere Kinder abtreiben, weil sie sonst zu Bittstellern würden, die ihre Familie aus eigener Kraft nicht mehr ernähren können. Wer sorgfältiger plant, verhütet aus dem selbigen Grund. Viele tausend Einzelentscheidungen summieren sich bis zum demographischen Crash, ohne dass dies die Politik je interessiert hätte. Dabei geloben alle unsere Regierungen, Schaden vom Volk abzuwenden. Einen größeren Schaden für ein Volk, als die demographische Implosion, gibt es nicht. Denn mit dem Kinderschwund wird der Generationenvertrag ausweglos zu Fall gebracht.

    Nachwuchswilligen Eltern die Möglichkeit zu verschaffen, ihre Familie in Autarkie, also aus eigener Kraft zu finanzieren, muss das Ziel jeder Regierung sein. Das ist keine Förderung, sondern Verfassungsziel. In Zeiten, wo GLEICHHEIT groß geschrieben wird, denken merkwürdigerweise weder die gängigen Volksparteien noch unsere Regierung an die Gleichstellung von Familien mit Nichtfamilien. Schon allein daran erkennt man, dass die so genannte GLEICHSTELLUNG ein ideologischer Popanz ist.

    Bundesrepublikanische Regierungen haben bis heute völlig aus dem Blick verloren, was ihre ureigenste Aufgabe ist, nämlich für den demographischen Erhalt der Nation zu sorgen.

    Nun werden mir einige Leser rechte Gesinnung vorwerfen – geschenkt!

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