Angestaubte Klischees aus der Mottenkiste

Der Deutsche Familienverband DFV wehrt sich gegen die Verunglimpfung des Betreuungsgeldes ( BG ) und die skandalöse Verschiebung der überfälligen Krippenqualifizierung in die nächste Legislaturperiode durch Manuela Schwesig. 

Mit den plumpsten Tricks versucht die SPD derzeit, das begehrte BG zu diffamieren und greift zu diesem Zweck in die Mottenkiste angestaubter Studien. Kein  Klischee ist ihr zu abgegriffen, zu schäbig, um nicht damit noch die bereitwilligen Medien für ihre Ablehnung zu instrumentalisieren. 

Die SPD scheut sich auch nicht, Migranten und selbsterziehende Eltern in die Schublade BILDUNGSFERN zu stecken. Dieser hektische Schuss wird  für die SPD jedoch mit Sicherheit nach hinten losgehen!

http://www.deutscher-familienverband.de/presse/pressemitteilungen/333-betreuungsgeld-und-qualitaet

und

http://frau2000plus.net/presseinformation-der-grosse-bluff-es-gibt-keine-neuen-zahlen-zum-betreuungsgeld/

 

8 Gedanken zu „Angestaubte Klischees aus der Mottenkiste

  1. Es ist schon erstaunlich, wie reflexartig die Berichte (oder sollte ich besser sagen: „das Sommertheater“?) über das Betreuungsgeld auf einmal viele familienpolitisch Interessierte auf den Plan rufen – nachdem die finanzielle Gerechtigkeit für Familien spätestens seit der „sexuellen Vielfalt“ in Baden-Württemberg kein Thema mehr zu sein schien.
    Dabei ist dieses Betreuungsgeld wirklich nur ein winziges Taschengeld, das die finanzielle Benachteiligung von Familien mit Kindern gegen Kinderlosen in keinster Weise ausgleichen kann. Zum einen ist es viel zu gering: seriöse Experten wie Dr. Borchert rechnen seit Jahren vor, dass eine Familie mind. 300 Euro pro Kind und Monat mehr bräuchte, um mit den kinderlosen Zeitgenossen Schritt halten zu können (auf dem Wohnungsmarkt usw.) und zum Anderen kosten Kinder diesen Betrag bis zur Volljährigkeit, also mind. 18 Jahre. Das Betreuungsgeld gibt es dagegen nur für maximal 2 Jahre. Daher mein Rat: Verausgaben Sie Ihre Kräfte nicht beim Kampf um dieses lächerliche Betreuungstaschengeld, sondern kämpfen Sie dafür, dass Familien mit Kindern endlich nicht mehr benachteiligt werden.
    Aber vielleicht wurde das Betreuungsgeld auch nur eingeführt, damit sich die familienpolitisch Interessierten daran müde kämpfen und für die eklatante Benachteiligung von Familien danach keinen Blick mehr haben und keine Kraft, um dagegen anzugehen?

  2. Sie haben völlig recht, Herr Bloch, Wir dürfen uns nicht verzetteln und müssen hinterfragen, welcher Zweck hinter solchem Theater steckt. Trotzdem war es wieder mal aufschlussreich zu erfahren, welche Kräfte am Werk sind, unsere Gesellschaft nach sozialistischem Muster umzugestalten. Dafür nimmt man dann schon mal ein peinliches Debakel in Kauf.

  3. Die in die Presse lancierte Nachricht, wonach das Familienministerium sich außerstande sieht, sog. Qualitätsstandards den Kitas per Gesetz vorzugeben, ist das Ende des unseligen Traums des Kartells aus Arbeitswelt, Medien und Politik, den Kitabesuch wenigstens für die drei- bis sechsjährigen Kinder verpflichtend zu machen.

    Eine solche Pflicht wäre ein Vorziehen des Einschulungsalters um drei Jahre gewesen; das hätte per Änderung des Schulpflichtgesetzes in den Parlamenten der Bundesländer beschlossen werden müssen. Das aber hätte vorausgesetzt, dass der Staat Qualitätsstandards – von der Ausbildung der Beschäftigten bis hin zur Gruppengröße und der Ausstattung der Räumlichkeiten – hätte festlegen und garantieren müssen. Das wird nun nicht geschehen. Es wird also bei der bloßen Stimmungsmache und Propaganda bleiben verbunden mit allerlei subtilem Druck in die von dem Kartell gewünschte Richtung.

    Aber das wird auf Dauer nicht erfolgreich sein. Denn schon bald werden die Firmen um die jungen Leute, vor allem um die tüchtigen jungen Leute, die zugleich Familienväter und – mütter sind oder es werden wollen, konkurrieren müssen. Und dann wird das Kartell zerfallen und einem Wettbewerb um die besten Angebote für Familien weichen müssen. So jedenfalls mein Sommertraum – und ich hoffe, er wird im Gegensatz zu dem oben erwähnten unseligen Traum des Kartells kein Traum bleiben.

    • Darf ich mit Ihnen träumen, Herr Dr. Brosowski?
      Sie haben Ihren Traum allerdings so einleuchtend geschildert, dass ich ihn für realistisch halte.
      Vielleicht ist das ja mehr als ein Traum. Ach, wäre das schön!

      Übrigens wollte ich Ihnen immer schon sagen, dass ich Ihre Kommentare enorm schätze und darum hoffe, noch viele lesen zu dürfen.

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  5. Sehr geehrte Frau Fischer,
    was von der tollen Betreuungsstudie zu halten ist war u.a. in der „FAZ“ vom
    29.7.2014 zu lesen. Solche Studien erinnern mich an meinen früheren Chef
    (Arzt in der Forschung), der stets lächelnd meinte: „Ich glaube nur einer Statistik, die ich selbst gefälscht habe.“
    Dementsprechend habe ich einen Leserbrief an die „Schwäbische“ geschickt
    und -ehrlich gesagt- zu meiner Überraschunmg wurde er bereits heute und ohne
    jede Abtstriche (!) veröffentlicht
    Leider wurde ich erst jetzt auf Ihr Forum aufmerksam.
    Ich hatte ja mal die erfreuliche Gelegenheit Sie bei „Wir sind Kirche“ kennenzulernen.
    Ich grüße Sie und alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter für die Zukunft unserer
    Familien.
    Eduard Grabherr
    88456 Ingoldingen

  6. Sehr geehrter Herr Brosowski,
    so ungern ich Ihre Träume zerstöre, sagen wirtschaftliche Daten etwas anderes: Die Arbeitslosigkeit wird nicht automatisch verschwinden, nur weil wir zukünftig weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter haben werden. Leider gibt es keinen solchen Automatismus. Er würde nämlich voraussetzen, dass der Bedarf an Arbeitskräften mehr oder weniger gleich bleibt. Das ist aber ein fataler Irrtum. Die ökonomische Aktivität wird sich über kurz oder lang an die Schrumpfung der Bevölkerung anpassen. Dies betrifft nicht nur den Konsum, sondern auch die Investitionen. Sinkt die Zahl der in Deutschland verfügbaren Arbeitskräfte, so werden Unternehmen ihre Investitionen hier tendenziell zurückfahren und sich stärker in Ländern mit wachsendem statt schrumpfendem Arbeitskräftepotenzial engagieren. Dies praktizieren schon heute Unternehmen mit der Zielgruppe Kinder. Einer sinkenden Zahl von Arbeitskräften steht dann ein abnehmendes Angebot an Arbeitsplätzen gegenüber. Für den Arbeitsmarkt wäre damit längerfristig nichts gewonnen. Auch die zahllosen Zeitungsmeldungen, die über eine angebliche Arbeitskräftelücke von 6,5 Millionen Personen im Jahr 2025 berichten, beruhen auf der falschen Annahme einer langfristig konstanten Nachfrage nach Arbeitskräften. Ein Irrtum kommt aber selten allein. Rein rechnerisch würde der Rückgang der verfügbaren Arbeitskräfte bis 2025 zwar etwa 6,5 Millionen betragen – aber nur, wenn entgegen den beobachteten Trends die Erwerbsquoten der Frauen und der Älteren nicht weiter steigen würden, Flexibilisierung der Altersarbeitszeit und wenn wir keine Zuwanderung hätten.
    Berücksichtigt man das alles, werden wir 2025 nicht 6,5 Millionen, sondern eher um die 3,5 Millionen potenzielle Arbeitskräfte weniger haben als heute. Zu diesem Zeitpunkt stünden dann noch bis zu 42,5 Millionen zur Verfügung, also 1,5 Millionen mehr, als heute erwerbstätig sind. Wie viele Arbeitsplätze dem dann gegenüberstehen werden, kann man aus heutiger Sicht ebenso wenig seriös prognostizieren wie eine gegebenenfalls bestehende Arbeitskräftelücke. Nun aber zu einem weiteren wichtigen Argument, warum die „Vollbeschäftigung dank Geburtenrückgang“-These nicht stimmt. Wer nur die Gesamtzahlen des Arbeitskräftepotenzials und der Arbeitsplätze miteinander vergleicht, vergisst, dass Personen und Stellen zueinander passen müssen. Und hier wird aller Voraussicht nach ein Hauptproblem liegen. In einem düsteren, aber leider nicht ganz unwahrscheinlichen Szenario könnte Deutschland im Jahr 2025 sowohl unter hoher Arbeitslosigkeit als auch unter einem gravierenden Fachkräftemangel leiden.
    Es sieht alles danach aus, dass sich die Arbeitsmarktchancen für Geringqualifizierte, also für Menschen ohne Berufsausbildung oder gar ohne Schulabschluss, hierzulande noch weiter verschlechtern werden. Es ist daher unverantwortlich zuzulassen, dass jedes Jahr rund ein Fünftel der Schulabgänger nur Lese- und Mathematik-Kompetenzen auf Grundschulniveau erreicht. Viele von ihnen werden die Langzeitarbeitslosen von morgen sein.

  7. Diesen mutigen Artikel in der FAZ kann ich allen Familienfreunden und Krippen-Skeptikern nur wärmstens ans Herz legen:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/studie-zur-herdpraemie-ein-fall-von-tendenzforschung-13070855.html

    Die Leserkommentare haben ebenfalls mein Herz höher schlagen lassen. Es gibt doch noch erfreulich viele Menschen, die dieses abgekarterte politische Spiel mit seinen gekauften Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Studien durchschauen.

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