„Hochwertige“ Kinderbetreuung macht Eltern überflüssig

BMFSFJ Internetredaktion

Pressemitteilung Nr. 35/2013, veröffentlicht am Mo 06.05.2013

Thema: Kinder und Jugend

Für eine hochwertige Kinderbetreuung: Bundesregierung startet „Lernort Praxis“

Eine gute Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für hochwertige Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen. Das leistet das neue Programm „Lernort Praxis“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zentraler Baustein und Erfolgsfaktor sind dabei die praktischen Ausbildungsphasen: Direkt in den Einrichtungen werden Fachkräften Best-Practice-Beispiele vermittelt, auf denen sie im Alltag aufbauen können.

„Erzieherinnen und Erzieher, Tagesmütter und Tagesväter übernehmen jeden Tag große Verantwortung: Sie kümmern sich um die Bedürfnisse der ihnen anvertrauten Kinder und geben ihnen besonders Nähe, Verlässlichkeit und eine stabile Beziehung“, sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder. „Sie eröffnen den Kindern aber auch einen ersten Zugang zu Bildung. Praxisphasen in Kitas sind für angehende Erzieherinnen und Erzieher deshalb unersetzlich, um sich auf ihre zukünftige Tätigkeit vorzubereiten und wichtige Erfahrungen zu sammeln.“

Das Programm „Lernort Praxis“ stellt Erzieherinnen und Erziehern qualifizierte Praxismentorinnen und Praxismentoren zur Seite. Sie sollen die Einrichtungen unterstützen und das Personal entlasten, so dass den Fachkräften genügend Raum für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Eltern bleibt. Diese Erfahrungen  fließen in ein Curriculum ein, das Qualitätsstandards für die Praxisanleitung in Kitas setzt. Zudem fördert das neue Programm die Kooperation zwischen Schule und Kita. Es werden ferner Ausbildungsformate unterstützt, die bisher unterrepräsentierte Personengruppen stärker ansprechen – wie Männer, Menschen mit Migrationshintergrund oder berufserfahrene Personen, die sich beruflich umorientieren.

Bisher beteiligen sich sieben Bundesländer an der Umsetzung: Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Ab August 2013 können dort insgesamt 75 Praxismentorinnen und Praxismentoren ihre Arbeit aufnehmen und während der dreijährigen Projektlaufzeit die Kitateams unterstützen. Die Antragsfrist startet am 6. Mai 2013. Jedes Projekt erhält jährlich 25.000 Euro für eine zusätzliche halbe Stelle sowie Sachkosten. Insgesamt stellt der Bund acht Millionen Euro zur Verfügung.

Gewinnung und Qualifizierung von Fachpersonal und Stärkung der Qualität der Kindertagesbetreuung sind Teil des 10-Punkte-Programms für ein bedarfsgerechtes Kinderbetreuungsangebot der Bundesregierung. Weitere Informationen finden Sie

unter www.bmfsfj.de <http://www.bmfsfj.de> sowie

www.fruehe-chancen.de/lernort_praxis

<http://www.fruehe-chancen.de/lernort_praxis>.

Das neue Programm startet unter dem Dach „Frühe Chancen“ und ist ein wichtiger Teil der Anstrengungen des Bundes zur Verbesserung der Kinderbetreuungsangebote in Deutschland. 2007 hatten sich Bund, Länder und Kommunen über den Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren bis 2013 verständigt: Rund 750.000 Betreuungsplätze sollten bis 2013 geschaffen werden. Die Kosten für den Ausbau eines bedarfsgerechten Angebots von zwölf Milliarden Euro tragen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam – der Bund davon ein Drittel.

Für die Investitionskostenzuschüsse hat der Bund 2007 das Sondervermögen „Kinderbetreuungsausbau“ im Umfang von 2,15 Milliarden Euro aufgelegt. Auch die Zuschüsse des Bundes zu den laufenden Betriebskosten für die neuen Plätze in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege von 1,85 Milliarden Euro gehen bis 2013 direkt an die Länder. Anschließend fließen dauerhaft 770 Millionen Euro Bundesmittel pro Jahr für die Betriebskosten direkt in die Landeshaushalte.

2012 haben die Länder einen höheren Bedarf von 30.000 zusätzlichen Betreuungsplätzen für unter Dreijährige angemeldet: Bundesweit also insgesamt ein Bedarf von 780.000 Plätzen. Für die Einrichtung dieser zusätzlichen Plätze stellt der Bund – ebenfalls zusätzlich – 580,5 Millionen Euro zur Verfügung, den Betrieb dieser neu geschaffenen Plätze unterstützt der Bund mit jährlich  75 Millionen Euro.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend                                             E-mail: poststelle@bmfsfj.bund.de <mailto:poststelle@bmfsfj.bund.de>                    Internet: http://www.bmfsfj.de <http://www.bmfsfj.de>                                      Servicetelefon: 030 201 791 30                                                                                       Wann können Sie anrufen? Montags bis donnerstags von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

 

2 Gedanken zu „„Hochwertige“ Kinderbetreuung macht Eltern überflüssig

  1. Spaßeshalber habe ich mir die Mühe gemacht, die Milliardenbeträge zusammen zu zählen, die allein der Bund locker macht, dafür, dass junge Mütter ihre Kinder in Kitas abliefern, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu retten, und komme auf
    16 580 500 000 Euro plus 845 000 000 jährliche Zuschüsse zu den Betriebskosten. Diese Investition zahlt sich anscheinend aus, sonst würde man den Eltern ja ihre Kinder lassen!

    Ich frage mich, weshalb der Steuerzahler diese Last zu 100 % stemmen muss, die Wirtschaft sich aber mit 0,00 % daran beteiligt. Bislang ist dem deutschen Steuerzahler die selbe Aufgabe, von Eltern wesentlich liebevoller und personaler gemeistert, lediglich 0,00 Euro wert. Immerhin liefert diese Rechnung den Beweis, dass Erziehungsleistung bezahlt werden muss und weder als Ehrenamt, noch als Hobby gelten kann.

    Der eigentliche Stolperstein für mich ist aber die Vermutung, dass Elternschaft und Elternliebe zu Billigpreisen auf dem Flohmarkt verhökert werden.

  2. >>“Sie kümmern sich um die Bedürfnisse der ihnen anvertrauten Kinder und geben ihnen besonders Nähe, Verlässlichkeit und eine stabile Beziehung“<<:

    Das mag theoretisch so geplant / gewollt sein. In der Praxis sieht es anders aus. Was nämlich die allermeisten aller Beteiligten – auch die meisten wissenschaftlichen Experten – nicht erkennen, ist die hindernde Wirkung der Kollektiven Zivilisations-Neurose. Die "Kollektive Neurose" – im Bereich der Gesellschaftswissenschaften / Soziologie gut bekannt – wird selbst von der großen Mehrheit der Wissenden – aufgrund eigener Befallenheit und Beeinträchtigung – weit unterschätzt bezüglich vor allem der Tiefe, Schwere und Tragweite.

    Kinder brauchen für gesunde geistig-seelisch-spirituelle Entwicklung ein Umfeld – vor allem der primären Bezugsperson(en) – das nach dem Prinzip der bedingungslosen Liebe lebt und wirkt. Dasselbe Prinzip, das einzig in der Lage ist, Menschen zu befähigen, wahrhaft tragfähige Liebes- / Partnerschaftsbeziehungen zu führen.
    Von diesem Prinzip hat sich die zivilisierte Gesellschaft krankhafterweise entfernt. Und NICHTS kann es ersetzen.

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