Mehrkindfamilien im Abseits

Für eine erkennbare Mehrkindpolitik in Deutschland.

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) stellt sein Familienprogramm der Presse vor.

(Düsseldorf, 1.3.2012) Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestimmen momentan die Debatte in Deutschland. Der Fokus auf dieses Thema lässt jedoch die Interessen einer wichtigen Gruppe unter den Familien mehr oder weniger außen vor: die, der Mehrkindfamilien. Hier bleibt bei den meisten Familien mit drei oder mehr Kindern allein aus organisatorischen Gründen ein Partner hauptsächlich für die Kinderbetreuung zuständig. Diese Familienmodelle werden in der aktuellen Politik nicht nur nicht berücksichtigt, sondern auch benachteiligt.

Elisabeth Müller, Vorstandsvorsitzende des KRFD: „Wer politisch dafür Sorge trägt, dass Eltern so schnell und reibungslos wie möglich in den Arbeitsprozess zurückkehren, verhindert geradezu kinderreiche Familien. Das mag volkswirtschaftlich und kurzfristig sinnvoll sein. Im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft ist der eingeschlagene Weg jedoch fatal.“

  • Der KRFD fordert daher eine Weiterentwicklung des Ehegattensplittings hin zu einer konkreten Förderung der Familien mit Kindern. Dabei sollte die Besteuerung die tatsächliche Familiengröße berücksichtigen.
  • Bei den Sozialversicherungen sollte das Existenzminimum für Kinder vom Einkommen abgezogen werden, bevor die Sozialabgaben berechnet werden.
  • Die anrechenbare Erziehungszeit sollte erhöht werden. Auch wegfallende Arbeitszeit zur Teilzeitarbeit könnte hier für mehrere Jahre sinnvoll mit eingerechnet werden.
  • Die Rentenversicherung sollte durch den Einbau eines Kinderfaktors in der Gesetzlichen Rentenversicherung ergänzt werden.
  • Betreuungskosten sollten nicht weiter derart restriktiv gehandhabt werden. Der KRFD fordert, die Begrenzung der Absetzbarkeit deutlich zu erhöhen, zum Beispiel auf 8.000 Euro.
  • Im Bezug auf die ausreichenden Möglichkeiten von Eltern, wieder Fuß in der Wirtschaft zu fassen regt der KRFD an, über eine Weiterentwicklung der aktuell existierenden Quotendebatte nachzudenken und auch Mütter und Väter zu berücksichtigen, zum Beispiel bei Teilzeitstellen.

Elisabeth Müller: „Momentan ist die Entscheidung für eine Großfamilie in Deutschland fast nicht möglich. Denn viele Eltern entscheiden sich wegen der starken finanziellen Belastung gegen Kinder oder sehen bei einem oder zwei Kindern ihre absolute Leistungsgrenze erreicht, weil sie die Familie ansonsten nicht mehr mit der notwendigen Berufstätigkeit kombinieren können. Der KRFD will in Deutschland nicht nur arme und reiche Kinder! Wir wollen Kinder aller Schichten und Hintergründe und wir brauchen sie.“

Der KRFD wird sich in Zukunft verstärkt dafür einsetzen, dass sich die sozialen und politischen Rahmenbedingungen zu Gunsten kinderreicher Familien entwickeln.

Für Rückfragen/Anmerkungen:
thomas.franke@kinderreiche-familien.de
030/2096-2831 od. 0176/1165-1534

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