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Es ist richtig: Nur bei 2,2 Kindern pro gebärfähiger Frau schrumpft die Bevölkerung nicht, und das bedeutet in der Tat, dass nur dann, wenn die Familien in der Regel drei Kinder haben, die Einwohnerzahl eines Landes in etwa gleich bleibt. Dazu stellen sich mehrere Fragen. Ist es ein unstrittiges Ziel, dass die Zahl der Einwohner unseres Landes unverändert bleibt? Zur Kaiserzeit hatte das deutsche Reich auf einer um ein gutes Drittel größeren Fläche rund 50 Millionen Einwohner. Ist es ein unstrittiges Ziel, dass unsere Einwohnerzahl im flächenmäßig stark geschrumpften Deutschland bei achtzig Millionen bleiben soll? Wer soll dieses Ziel setzen? Etwa der Staat ? Wer berechtigt diesen dazu? Stimmt es, dass zur Aufrechterhaltung des ganzen sozialen Netzes, einschließlich des derzeitigen Rentenniveaus die Einwohnerzahl konstant bleiben muss? Gibt es keine anderen Wege? Ich weiß es nicht.
Unstrittig ist die skandalöse Benachteiligung der Familien im Rentenrecht und im Steuerrecht; dazu hat etwa Herr Borchert mehrfach alles Notwendige gesagt. Darauf muss immer wieder in Debatten hingewiesen werden.
Viele Menschen werden in Debatten erst aufmerksam, wenn es ums Geld und ums eigene Wohlbefinden geht; da hat Herr Bloch völlig recht. Bleiben wir also bei Geldfragen.
Zum Beispiel in Sachen Krippenbetreuung. Was kostet ein Kitaplatz, was kostet ein Krippenplatz den Steuerzahler ? In den Medien kursiert eine Zahl von 1000 Euro im Monat; weshalb gibt es keine verlässlichen Angaben zu dieser eminent wichtigen Frage? Sind die Kosten etwa höher? Darauf deutet die Heimlichtuerei hin, die zur Zeit in Fragen der Ganztagsschulen getrieben wird. Es pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass viele Schulträger heilfroh sind, wenn etwa die Nachfrage nach Ganztagesplätzen in weiterführenden Schulen sehr hinter den Prognosen zurückbleibt. Weshalb wohl drückt sich der Gesetzgeber davor, Standards zur Kita- und Krippenbetreuung und zur Ganztagsbetreuung in Schulen zu setzen? Weil dann eine Art Offenbarungseid fällig wäre. Weil die öffentliche Hand nie und nimmer fähig wäre, eine halbwegs ordentliche Betreuung zu leisten, ohne gleich vollends pleite zu gehen oder aber genötigt wäre, die Eltern hart zur Kasse zu bitten. Weil der Staat nach wie vor von den Leistungen der Familie lebt, von den unendlich vielen Händen, die in Familien, Vereinen, Gemeinden die Mühsal des Lebens meistern, ohne dabei lange zu fragen, wer wie viel ihnen für ihre Leistung bezahlt. Warum wollen die Verbände der Industrie – nicht etwa die Arbeitgeber, die zur Mehrzahl tapfere Mittelständler sind, die selbst die Familie hochhalten – warum wollen diese Funktionäre die Krippen und Kitas? Weil sie Mama und Papa ungeschmälert im Betrieb haben wollen und weil sie die Kosten für die Kinderunterbringung auf den Steuerzahler abwälzen können.
Ach ja, eine verlässliche, unbestrittene Zahl in diesem Zusammenhang: Ein Kind, das ganz in Heimerziehung gegeben werden muss, kostet die Kommune im Monat etwa 4000 Euro!
So, in der DDR gab es für jedes Kind einen Krippen-und einen Kitaplatz? Gewiss, es gab ja auch für jeden Bürger einen Arbeitsplatz. Sogar eine Verpflichtung zur Arbeit für Papa und Mama. Warum bloß ist dieser Staat so grandios pleite gegangen? Warum nur musste er in der zweiten Hälfte seiner Existenz von den Krediten des Klassenfeindes über Wasser gehalten werden? Von dem Klassenfeind, dessen Steuereinkommen und damit auch die Subventionen zum Betrieb des Krippen-und Kita- und Arbeitspflicht-Staates durchweg von Familien bestritten wurde, die weder Kita- noch Krippenpflicht für ihre Kinder noch Arbeitspflicht für Papa und Mama kannten. Wobei diese Kredite nie zurückbezahlt werden konnten, ist doch ein Großteil davon bis heute unauffindbar in den Taschen jener famosen Partei verschwunden, welche von der Nostalgie an den K-K-Arbeitspflicht – Staat lebt und die bis heute übrigens als einzige Partei in über fünfundzwanzig Jahren nie ihr Spitzenpersonal ausgewechselt hat.
Eigentlich ist es ein Wunder, dass die Familien, welche die Lastesel dieser Gesellschaft sind, so ruhig bleiben und weiterhin ihre Pflicht tun. Gerade komme ich zurück von meiner allwöchentlichen Tour in ein saarländisches Schwimmbad, wo ich meinen Enkel und seinen Klassenkameraden zum Training des DLRG bringe, ihr Training abwarte, die beiden zurück zu den Eltern bringe. Ich bin keineswegs allein. Die ganze Cafeteria ist voll von Großeltern oder Eltern, von Gleichgesinnten und Gleichbeschäftigten. Und im Bad tummeln sich die Kinder und Jugendlichen, betreut und unterrichtet von ehrenamtlichen Trainern. Was das alles in Cent und Euro ausgerechnet kosten würde, wenn statt unsereinem bezahlte Profis am Werk wären? Jeder von uns Familienleuten kann sofort weitere Beispiele für solche unverzichtbaren und kaum in Heller und Pfennig abschätzbaren Familienleistungen nennen. Und wir sollten sie öffentlich nennen; wir sind zwar nicht das ganze Volk, aber wir sind sein Rückgrat. Oder um ein Bild aus der Landwirtschaft zu nehmen: Wir machen nicht den ganzen Marstall aus, aber wir sind die Arbeitspferde. Jeder Landwirt, der halbwegs bei Sinnen ist, gibt den Hafer zuerst den Arbeitspferden.
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